Thomas Junker unterwegs

MDR FERNSEHEN | 05.-08.08 & 10.08.2013 | 19:50 Uhr : Durch das verwegene Herz Zentralasiens

Thomas Junker war erneut auf Reisen, diesmal "Durch das verwegene Herz Zentralasiens". In seiner Reportage berichtet er vom Leben zwischen Wüste und Steppe, vom Nomadendasein, Mythen und Legenden. Der Filmemacher gibt kulturell interessante Einblicke: Wovon und wie leben die Menschen heute? Wie gestaltet sich ihr Alltag zwischen Tradition und Moderne?

Thomas Junker in Zentralasien

Thomas Junker reiste 2012 durch Zentralasien. Seine Eindrücke hat er filmisch festgehalten. Er beobachtete das Alltagsleben der Menschen, die die einstigen Teilrepubliken der Sowjetunion Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan bevölkern. Dieses Gebiet, welches fast so groß ist wie Europa, gilt als das Herz der ehemaligen legendären Seidenstraße.

Exklusiv berichtete Thomas Junker in einem Video-Tagebuch von den Dreharbeiten auf seiner Reise. Außerdem kann man seine Reiseerlebnisse in seinem Weblog nachlesen.

Geschichten einer Region, Geschichten der Menschen

Durch das verwegene Herz Zentralasiens.
Unterwegs auf der Seidenstraße.

Damals wie heute gestaltet sich das Leben zwischen der Wüste und Steppe Usbekistans sowie den abgeschiedenen, mehr als 7.000 m hohen Gebirgsketten des Pamir und Tianshan in Tadschikistan und Kirgistan als sehr extrem und verwegen - allein schon aufgrund der geografisch-klimatischen Ausnahmesituation dieser Region. Im Sommer herrschen Temperaturen bis 50° C im Schatten, im Winter sinkt die Quecksilbersäule bis auf Werte unter minus 40° C ab.

Noch dazu sind weite Teile Zentralasiens kaum mit einer funktionierenden Infrastruktur gesegnet und leiden unter Wasserarmut. Nur ein schmaler Streifen am Übergang des Flachlandes hinauf in die Gebirgsregionen sowie einige Oasen sind landwirtschaftlich erschlossen – dies allerdings zum Teil äußerst intensiv, vor allem durch Baumwollproduktion. Auf der anderen Seite gibt es  große Rohstofffelder voller Öl, Gas, Gold und Kobalt. Diese werden zum Teil erst jetzt erschlossen und wecken Begehrlichkeiten der großen Industrienationen dieser Erde.

Früher war es Moskau, heute orientiert man sich an China

Durch das verwegene Herz Zentralasiens.
Eine Begegnung mit fremden Kulturen.

Im vergangenen Jahrhundert war Zentralasien streng auf Moskau fixiert. Inzwischen hat sich die Ausrichtung zugunsten des östlichen Nachbarn, der neuen Weltmacht China, verändert - vor allem aus rein wirtschaftlichen Gründen. Die USA und Europa haben dagegen – so scheint es - fast völlig an Einfluss verloren. Außerdem muss man sich fragen, wie sehr der Dauerkonflikt im angrenzenden Afghanistan das Leben der Menschen belastet.

Was ist übrig geblieben von den Mythen und Legenden der alten Seidenstraße, die hier vor allem in den Karawansereien Buchara und Samarkand ihre Zentren hatte? Aber vor allem - wovon und wie leben heute die Menschen? Wie gestaltet sich ihr Alltag zwischen Nomaden-Dasein, Ölbohrtürmen, Seidenproduktion, abgeschiedenen Hochgebirgstälern, Tradition und Moderne, zwischen jahrtausend Jahre alten Kulturdenkmälern und im sowjetisch geprägten Stil errichteten Plattenbausiedlungen, zwischen Basaren, Baumwollfeldern,  Kornschulen, Drogenhochburgen und ethnischen Konflikten mongolischer und türkischer Stämme?

Durch das verwegene Herz Zentralasiens.

Herzen und Seelen der Menschen stehen im Mittelpunkt

Der 48-jährige MDR-Filmemacher und Geschichtensammler Thomas Junker hat Antworten auf diese Fragen gesucht und das Alltagsleben mit seiner Kamera dokumentiert. Seine Reise führte dabei durch eine der kulturell ältesten Gegenden der Erde, die auch äußerst atemberaubende Landschaften in Höhenlagen zwischen Null und 7400 Metern Höhe bietet. Begleitet wurde Junker wie bei den Filmen zuvor von Matthias Kofahl.

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2013, 16:37 Uhr

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