Blick über den Bug eines Schiffes auf das Wasser
Seit 40 Jahren ist Steve Devitt im Fischereigeschäft und unterwegs als Lotse mit dem Trawler. Bildrechte: MDR/Thomas Junker

Thomas Junker unterwegs | Unalaska Steve Devitt - Seebär seit über 40 Jahren

Thomas Junker ist wieder unterwegs. Seine Expedition führt ihn diesmal in die Region des weltgrößten Meeres, den Pazifik. Auf Unalaska traf er einen echten Seebären.

von Thomas Junker

Blick über den Bug eines Schiffes auf das Wasser
Seit 40 Jahren ist Steve Devitt im Fischereigeschäft und unterwegs als Lotse mit dem Trawler. Bildrechte: MDR/Thomas Junker

Steve kennt sie alle. Wirklich alle. Jedes Schiff. Die kleinen Fischerboote der Einheimischen, die großen Fangschiffe, die auch noch bei den heftigsten Winden und selbst im Winter draußen unterwegs sind, die Kühlschiffe aus Korea und China, die draußen vor Anker liegen und tagein, tagaus mit an Land produzierten Meeresprodukten befüllt werden. Und auch die riesigen Containerschiffe der US-amerikanischen Gesellschaften (die aber gerne auch der Kosten wegen unter ausländischer Flagge fahren), die direkt in Dutch Harbor, dem Hafen von Unalaska anlegen.

Unterwegs mit dem Trawler

Zwei Männer auf Schiff
Thomas Junker (r.) im Gespräch mit Steve Bildrechte: MDR/Thomas Junker

Wir sind mit Steve Devitt auf seinem Trawler unterwegs. Sein Job ist es, die großen Pötte sicher im Hafen an die Anlegestellen zu manövrieren. Aber auch Personentransporte übernimmt er. Wenn zum Beispiel Lotsen zu den großen Schiffe gebracht werden müssen. Oder Arbeiter zu den Schiffen, die vor Unalaska liegen.

Es gibt ein US-amerikanisches Gesetz, demnach dürfen nur US-Bürger diese Schiffe mit Fischen be- und entladen. Wer was wann wo und wie auf diesen Fabrikschiffen - oftmals komplett ausgestattete Fischverarbeitungsfabriken - macht, das ist eine ganz andere Sache.

Ausspannen bei der Familie in Arizona

Zehn Jahre Jahre lang war Steve selbst Krabbenfischer, daher kennt er all die Nöte und Sorgen, die Härten, mit denen die Seeleute beim Fischfang hier oben im hohen Norden des Pazifiks leben müssen.

Mit seinem Job als Kapitän auf einem Trawler ist er zufrieden. 75 Tage arbeitet er, dann hat er 75 Tage am Stück frei. In dieser Zeit ist er bei seiner Familie in Arizona: "Weil es da so schön warm ist."

Der ganze Fisch

Mann steuert Schiff
Noch zwei Jahre wird Steve am Steuerrad drehen. Bildrechte: MDR/Thomas Junker

Hier auf Unalaska weiß Steve, wo wer was tut, und warum die Fischfabriken sich nicht in die Karten gucken lassen wollen: "Ganze Fische kannst Du im Laden sehen, aber all die anderen gepressten Sachen ?!" 

Der Seebär ist jetzt 63. Noch zwei Jahre wird er den Job machen. Dann in Rente gehen. Aber so richtig von der See ablassen wird er nicht können. Dafür war Steve zu lange ein Mann der Meere.

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2017, 14:57 Uhr