Kino Royal

MDR FERNSEHEN | 11.11.2011 | 00:00 Uhr : Was macht eigentlich ...? Peter Bause

"Man stirbt doch nicht im dritten Akt", so hat der Schauspieler Peter Bause seine aufgezeichneten Erinnerungen überschrieben. Seit 50 Jahren steht er auf der Bühne und vor der Kamera. Nun hat er ein Buch über sein Leben geschrieben. "Kino Royal" hat Peter Bause getroffen.

Riverboat - Peter Bause, Schauspieler

In Gotha kam Peter Bause 1941 zur Welt, in Magdeburg wuchs er auf. Mit 17 Jahren wurde er Leiter des Jugendpostamtes in Magdeburg. Im "Dramatischen Zirkel" der Deutschen Post wurde sein schauspielerisches Talent entdeckt, woraufhin Peter Bause die Schauspielschule in Leipzig besuchte. Seine erste Anstellung erhielt er anschließend am Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz, danach wurde er am Volkstheater Rostock engagiert. Mit "Flüchtlingsgespräche" von Bertolt Brecht und unter der Regie von Hans Bunge hatte Peter Bause erste überregionale Erfolge.

Große Erfolge mit dem "Kontrabass"

Peter Bause
Peter Bause - seit 50 Jahren Schauspieler mit Leib und Seele

In Berlin trat er dann acht Jahre im Deutschen Theater auf und gehörte anschließend 15 Jahre lang zum Berliner Ensemble am Theater am Schiffbauerdamm. Als er 1993 ohne Engagement war, erwachte seine alte Liebe zu Einpersonenstücken. Mit über 300 ausverkauften Vorstellungen feierte er mit Patrick Süskinds "Kontrabass" große Erfolge. Peter Bause nahm Engagements am Dresdner Schauspielhaus, am Theaterkahn Dresden, am Schauspielhaus Berlin, am Altonaer Theater Hamburg und am Volkstheater Rostock wahr.

Er spielte bei den Burgfestspielen in Jagsthausen und den Sommerfestspielen in Bad Hersfeld, zudem unterrichtete an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. In Fernsehrollen war Peter Bause unter anderem in "Reise ins Ehebett", "Und nächstes Jahre am Balaton", "Unser Lehrer Doktor Sprecht",  "Ein Bayer auf Rügen" sowie in den Serien Mordlust", "Unter uns", "Praxis Bülowbogen" und "Liebling Kreuzberg" zu sehen.

"Man kann mir eine gewisse Betriebsamkeit in meinem Beruf nicht absprechen. Über mich wurde, je nach Sympathie, böse, neidisch oder achtungsvoll gesagt: 'Der singt und tanzt als bunter Hund in jedem Hausflur!'"

Peter Bause in "Man stirbt doch nicht im dritten Akt. Peter Bause. Erinnerungen."

"Man stirbt doch nicht im dritten Akt"

Nun hat Peter Bause seine Biografie geschrieben. Er erzählt von seinem reichen Figurenensemble und von prägenden Personen, wie den Regisseuren Hans Bunge, Hanns Anselm Perten oder Wolfgang Heinz und macht den Leser mit Schauspielkollegen wie Herwart Grosse, Arno Wyzniewski oder Ekkehard Schall bekannt. Ernstes und Komisches treffen aufeinander, hohe Kunst und Boulevard, Alltag und Bühne, Familie und Kollegen. Und gleich auf der ersten Seite gibt der Schauspieler aus Leidenschaft Antwort darauf, warum man nicht im dritten Akt stirbt: "Weil es sich nicht gehört. Weil es dann erst richtig losgeht mit dem Leben auf der Theaterbühne!" Zu seinen wichtigsten Bühnenrollen gehören Wallenstein, Mackie Messer, Lear, Azdak, Puntila, Götz von Berlichingen und Arturo Ui. Und natürlich hat der Titel auch etwas mit dem Berufsalltag in der DDR zu tun. Hier war er efrfolgreich - Bis zur Kündigung durch den Senat 1993, die traf ihn damals wie ein Schlag.

"Uns traf es im dritten Akt, in der Mitte unseres Lebens. [...] Da haben sie uns die Füße weggetreten. Und darum hab ich gesagt: 'Nö, ich sterb doch nicht im dritten Akt, weder physisch noch geistig', das wollte ich nicht."

Peter Bause im "Kino Royal"-Gespräch

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2011, 10:54 Uhr

Buchtipp

Peter Bause "Man stirbt doch nicht im dritten Akt! Erinnerungen"
306 Seiten
Verlag: Das Neue Berlin
ISBN: 978-3360021236

Ein Beitrag von Heidi Mühlenberg

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