Kino Royal

Kino Royal | MDR FERNSEHEN | 12./13.08.2011 | 00:02 Uhr : Midnight in Paris

Gestatten, Salvador Dalí. Ein Treffen mit Ernest Hemingway gefällig? Feiern mit Pablo Picasso? All das wird für Drehbuchautor Gil in "Midnight in Paris" Wirklichkeit. Inspiriert von der Metropole, taucht er ein in eine Welt fernab von Stress im Job und Ärger mit der Verlobten. In Szene gesetzt hat die romantische Komödie Regisseur Woody Allen, der ein bekennender Gegner der Realität ist. Ein Künstlertraum wird wahr. Doch welcher? Der des Drehbuchautors Gil - oder der von Woody Allen? Zumindest auf der Leinwand ...

Woody Allan

Der Amerikaner Gil schreibt Drehbücher für Hollywood. Doch das reicht ihm nicht mehr. Er will sich an einen Roman wagen. Aber die Muse lässt ihn ungeküsst. Mehr als ein halbseidenes Manuskript ist aus seiner Idee nicht geworden. Gelegen kommt ihm eine Reise nach Paris, auf die er seine Verlobte Inèz zu deren Eltern begleitet.

Es ist die Stadt seiner Träume - Ikonen der Kunst wie Picasso, Hemingway, Fitzgerald, Gertrude Stein und Dali machten die französische Hauptstadt in den 1920er-Jahren zur Kunstmetropole. Genervt von seiner stichelnden Verlobten Inèz und deren spießigen Eltern, die nicht verstehen können, warum er neue Herausforderungen sucht, flieht er in der französischen Hauptstadt in die Welt seiner Träume.

Zeit der Avantgarde - ein Künstlertraum

Gil streift durch die Straßen Paris, hofft auf Eingebungen für seinen Roman. Plötzlich steht eine Limousine vor ihm - mit dem zwölften Paukenschlag um Mitternacht - die ihn mitnimmt auf eine ganz persönliche Zeitreise. Jede Nacht geht die Tour weiter, die Etappen sind namhafte Künstler wie Salvador Dalí, Ernest Hemingway, Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald, Luis Buñuel.

Gil nimmt teil an den Partys in "Deux Magots" und "La Rontonde", Gil plaudert mit den großen Künstlern, vertraut so Buñuel an, wie schwierig der Spagat zwischen der Fiktion hier und der Realität mit seiner Verlobten ist. Dieser entgegnet lapidar: "Du bewohnst zwei Welten, wir sehen darin nichts Seltsames". Auch Picassos Muse gehört zu den Menschen aus der Vergangenheit, die für ihn zum Greifen nah werden. Zu nah ... Und nichts ist für Gil mehr so wie vorher!

Bildergalerie: "Midnight in Paris" - Szenenbilder

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"Midnight in Paris" - Szenenbilder [Bilder]


Woody Allen "Unsere Existenz ist grausam"

"Ich war schon immer ein ausgesprochener Gegner der Realität. Unsere Existenz ist grausam und schrecklich", erklärte Woody Allen im Hinblick auf "Midnight in Paris" im Interview mit "Tele 5", warum er so gerne romantische Stoffe verfilme. Jede Gelegenheit, die es gäbe, ihr zu entfliehen, ergreife der zeitweise auch in Paris lebende Künstler sofort. "Wenn es ginge, wäre ich der erste, der draußen ist. Aber darin liegt auch die Gefahr, verrückt zu werden", so der Künstler weiter. Aber Arbeit zerstreue.

Und der 75-jährige Allen ist dabei fleißig - "Mitnight in Paris" ist die nunmehr 42. Regiearbeit des Stadtneurotikers. Allen nimmt die Zuschauer darin mit auf eine Zeitreise, die die Boheme wieder aufleben lässt. Und es ist eine schöne Welt, Risse nicht erwünscht. "Ich will mir mein vollkommen überhöhtes Bild bewahren, das ich im Kopf habe. Meine Idole sollen keinen Hunger haben oder Kopfschmerzen wie wirkliche Menschen", erklärt Allen.

"Man denkt dann aber nur an die angenehmen Sachen - bei den Zwanziger Jahren an Champagner, Kerzenschein, Revuetanz, Künstler wie Hemingway, Gertrude Stein, F. Scott Fitzgerald. Dass es damals auch Syphilis und Typhus gab, verdrängt man lieber."

Woody Allen, www.haz.de

Carla Bruni mit auf Zeitreise

Mit Adrien Brody, Kathy Bates und Marion Cotillard sind drei Oscar-Preisträger in "Midnight in Paris" auf der Kinoleinwand zu sehen. Für Glamour sorgt Carla Bruni, die Gattin des französischen Präsidenten Sarkozy. Sie hat in dem romantischen Märchen eine Gastrolle als Museumsführerin, die Gil ein Werk aus den 1920er-Jahren übersetzt. "Meine Frau ist eine geborene Schauspielerin, sie ist so schön", habe der Politiker zu Allen gesagt, als er bei den Dreharbeiten vorbeischaute. In den USA ist der Streifen bereits nach dem aus dem Jahr 1986 stammenden "Hannah und seine Schwestern" der zweiterfolgreichste Film des Regisseurs.

"Kino Royal"-Fazit:

Das Leben ein Traum. Herrlich altmodisch erzählt der Film davon - witzig und weise, kitschig und trickreich verwickelt Woody Allen die Wirklichkeit mit der Illusion. Und Vorsicht! Gils Nostalgie ist ansteckend. rgendwann will man einfach drin bleiben im Traum, im Film, im Kino.

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2011, 15:08 Uhr

Midnight in Paris

E/USA 2011
Regie/Buch: Woody Allen
Mit Owen Wilson, Michael Sheen, Rachel McAdams, Marion Cotillard, Carla Bruni, Adrien Brody, Kathy Bates

Kinostart

18. August 2011

Ein Beitrag von

Xenia Sircar

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