Kino Royal | MDR FERNSEHEN | 09.12.2011 | 00:00 Uhr : Die Olsenbande und der vergessene Stifterschatz
Im wahren Leben sind sie Malermeister, Schmied, Bankangestellte oder Pensionär - doch als "Würchitzer Olsenbande" eifern sie ihrem legendären dänischen Vorbild nach: Die vierte Produktion der Amateurfilmer hatte nun Premiere in Zeitz!
Das ehemalige Kulturhaus des Hydrierwerks Zeitz ist hochgerüstet für einen glanzvollen Abend: Extra zur feierlichen Premiere kommen Olsenbanden-Fans aus ganz Deutschland. Olsenbanden-Premiere? Was im Jahr 2012 seltsam klingt, ist tatsächlich wahr, denn in den Würchwitzer Filmstudios feiert der Film "Die Olsenbande und der vergessene Stifterschatz" seine Uraufführung.
Mit Regionalsinn und Leidenschaft
Doch die weltbekannten Gesichter sucht man hier vergeblich - in Zeitz sieht man vor allem die Einheimischen. Und das ist auch richtig so, denn die dänischen Originale der 70er- und 80er-Jahre dienen den heutigen Filmemachern "nur" als Leitbilder: Die neuen Ganoven vom Dorf sind alle Amateure, die ihre eigenen Geschichten spielen - verortet in Sachsen-Anhalt. Wenn sie nicht drehen, dann üben die Würchwitzer Olsenbanden-Mitglieder, ihre normalen Berufe aus: Andreas Schaller alias "Kjeld" schmiedet vor allem heiße Eisen in der alten Dorfschmiede. Steffen Gruner, in der Bande der "Benny", ist ein meisterlicher Maler und "Yvonne", also Steffi Pöschel, verdient ihre Brötchen als Bankangestellte. Bandenchef Friedrich-Karl Steinbach war lange Bürgermeister von Würchwitz. Als Pensionär züchtet er heute Pferde, für die Leute im Dorf ist er sowieso nur noch "Egon".
Egon hat einen genialen Plan
Gut 1.000 Kinofans sind gekommen, um den inzwischen vierten Olsenbanden-Film made in Würchwitz zu sehen. Ohne Werbe-Blocks, dafür mit gekonnter Unterstützung von Menschen aus den Nachbarorten. Wie jeder Olsenbanden-Film beginnt auch "Die Olsenbande und der vergessene Stifterschatz" dieser mit Egons Freilassung aus dem Knast. Und freilich hat Egon wieder einen genialen Plan, der ohne Gewalt viel viel Geld einbringen soll. Diesmal durch Aufspüren des Naumburger Stifterschatzes.
Von der Arche Nebra bis zum Naumburger Dom - die Region spielt mit!
Nicht nur das halbe Dorf spielt mit; auch die touristischen Attraktionen der Region bekommen tragende Rollen – von der Arche Nebra über die mächtig-gewaltigen Tagebaulandschaften vor der Haustür bis hin zum Naumburger Dom. Die Drehbücher inclusive der Special Effects hat sich ein ehemaliger Zahnarzt und heutiger Web-Designer ausgedacht und realisiert - ohne Honorar versteht sich. Geld verdient auch die Bande nur auf der Leinwand. Dass sie dieses meist wieder verliert, gehört einfach dazu. Unüblich ist diesmal das Ende des Abenteuers: Egon verfällt dem Wahnsinn und muss erst mal in die Klinik - sollte das das Ende der Würchwitzer Olsenbande sein?
Ein Beitrag von Peter-Hugo Scholz
