Kino Royal | MDR FERNSEHEN | 12./13.08.2011 | 00:02 Uhr : Was macht eigentlich ... Renate Blume Reed?
Gleich mit ihrer ersten Hauptrolle schaffte Renate Blume Reed den internationalen Durchbruch: Neben Eberhard Esche stand sie 1964 für die Konrad-Wolf-Verfilmung "Der geteilte Himmel" vor der Kamera. Erzählt wurde die Geschichte zweier Liebenden im Fokus der deutschen Teilung. Am 13. August 2011 - zum 50. Jahrestag des Mauerbaus - wird der Film im MDR FERNSEHEN zu sehen sein. Vorab heißt es bei Kino Royal: Film ab für Renate Blume Reed.
An der Staatlichen Schauspielschule in Berlin hat die 1944 im hessischen Bad Wildungen geborene Renate Blume Reed ihr Handwerk nach dem Abitur von der Pike auf gelernt. Die Aufnahmeprüfung hatte der Teenager damals heimlich gemacht - die Eltern hätten es lieber gesehen, dass die Tochter Ärztin oder Lehrerin wird. 1965 hatte sie ihren Schauspiel-Abschluss in der Tasche. Bereits ein Jahr zuvor glänzte sie in dem DEFA-Streifen "Der geteilte Himmel" in der Rolle der Rita. Die Konrad-Wolf-Verfilmung basiert auf einem Werk von Christa Wolf, das längst zum Klassiker geworden ist. Von 1965 bis 1970 gehörte sie zum festen Ensemble des Dresdner Staatstheaters.
Im Schauspielerensemble des Fernsehens der DDR
Ab 1970 war die Künstlerin 19 Jahre Mitglied des Schauspielerensembles des Fernsehens der DDR, spielte in beliebten Fernsehformaten wie "Polizeiruf 110" (mehrfach ab 1978), "Barfuß ins Bett" (1988) und "Benno macht Geschichten" (1988) mit. In DEFA-Filmen wie "Die Bilder des Zeugen Schattmann" (1972) und "Die sieben Affären der Juanita" (1973) stand sie als Hauptdarstellerin vor der Kamera. Für letzteren zeichnete sich Regisseur Frank Beyer verantwortlich, mit dem sie von 1965 bis 1974 verheiratet war. Danach lebte sie zwei Jahre mit Schauspielerkollege Gojko Mitic zusammen.
Durststrecke nach der Wiedervereinigung
Nach dem Fall der Mauer wurde die Luft für viele ehemalige DDR-Schauspieler dünn. Auch Renate Blume Reed musste eine Durststrecke überwinden: Sie hielt sich als Schauspiellehrerin über Wasser, machte andere fit für die Bühne. Aber sie hat es geschafft: Ab 1992 mehrten sich die Angebote wieder. Renate Blume Reed zog es neben der Arbeit am Set wieder auch häufiger auf die Bretter, die die Welt bedeuten. 2001 war die heute 67-Jährige bei den Störtebeker-Festspielen in Ralswiek auf Rügen zu sehen - gemeinsam mit ihrem 1969 geborenen Sohn Alexander Reed, der von US-Sänger und Schauspieler Dean Reed adoptiert wurde. Dean Reed und Renate Blume waren von 1981 bis zu Reeds mysteriösem Tod 1986 verheiratet.
Aktuell im "Besuch der alten Dame" auf der Bühne
Am Berliner Kriminal Theater ist Renate Blume Reed seit 2003 immer wieder in Aufführungen zu sehen - wie 2009 in "Arsen in Spitzenhäubchen". Diesen Sommer steht die Schauspielerin, die mit ihren 67 Jahren immer noch eine gehörige Portion jugendlichen Charme ausstrahlt, als störrische, vom Leben gezeichnete Claire Zachanassian in "Der Besuch der alten Dame" in verschiedenen Orten auf der Bühne. Mit dem Alter hat sie keine Probleme. "Wenn Sie mich dort sehen, werden Sie erleben, dass auch ich älter geworden bin! Obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe, weniger zu arbeiten, ich bin immerhin 67 – dieses Stück musste ich noch spielen!", erklärte sie jüngst in einem Interview.



