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MDR FERNSEHEN | 11.10.2008 | 22:30 Uhr

Ihr Wunschfilm: Salz auf unserer Haut

Spielfilm aus Deutschland, Kanada und Frankreich von 1992

Auch in diesem Monat haben Sie Ihren Wunschfilm gewählt. Es ist "Salz auf unserer Haut" nach dem gleichnamigen Roman von Benoîte Groult.

Im Sommer 1958 laufen sich George, das Mädchen aus gebildetem, gut betuchtem Pariser Elternhaus, und Gavin, der Bauernsohn, zum ersten Mal über den Weg, in Schottland, wo sie wie immer die Sommerferien verbringt. Die Liebe trifft George wie ein Blitz - auch wenn es bei einem Abend am Strand bleibt, bei einer flüchtigen, fast scheuen Berührung. Die nächste Begegnung, ein Jahr später (Gavin ist unterdessen mit einem Mädchen aus dem Dorf verlobt), viel leidenschaftlicher, heftiger, aber ebenso kurz.

Ein Paar liegt vergnügt im Bett.; Rechte: BR/Neue Constantin Film/Klausmann
Die beiden Liebenden bei einem ihrer Treffen.

Eine lebenslange Liebe

So wird es immer sein zwischen George und Gavin. Jahre werden vergehen, in denen sie nichts voneinander sehen und hören, aber wenn sie denn einmal zusammen sind, erleben sie Augenblicke, die ihnen ansonsten nicht vergönnt sind in ihren Leben, die so unterschiedlich verlaufen, nachdem George ihrem Liebhaber den Gedanken an eine Heirat erst einmal aus dem Kopf geschlagen hat. Sie studiert und liest die Existentialisten, sie heiratet und lässt sich scheiden, sie geht mit ihrem Sohn als Dozentin für Geschichte in die USA, hat ein bequem-unverbindliches Verhältnis mit einem deutschen Intellektuellen. Am Ende lebt sie allein in Montreal. Er bleibt in Schottland, wird Ehemann, Vater, Fischer. Ein Gefangener seines Lebens, im Gegensatz zu ihrer Ungebundenheit. Und während all dieser Jahre lebt ihre Liebe weiter, auch wenn sie sich streiten und entzweien und völlig aus den Augen verlieren. In Montreal werden die Treffen regelmäßiger, ruhiger, die Rahmenbedingungen sind endlich abgesteckt und werden von beiden akzeptiert - bis Gavin kurz nach dem letzten Besuch stirbt.

Die Verfilmung eines Bestsellers

Mit "Salz auf unserer Haut" verfilmte Andrew Birkin, Bruder von Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin, den gleichnamigen, 1988 erschienenen Bestseller der französischen Schriftstellerin, Journalistin und erklärten Feministin Benoîte Groult (geb. 1920). Das Buch, das bisher weltweit drei Millionen Mal verkauft wurde, entfachte bei seinem Erscheinen eine lebhafte Diskussion ob seiner Freizügigkeit und unverblümten Sprache. Mit seinen beiden hervorragenden Hauptdarstellern Greta Scacchi und Vincent D'Onofrio - die im "wahren" Leben zur Drehzeit verheiratet waren - erzählt Birkin die Geschichte einer im Grunde unmöglichen und einzigartigen Liebe. Er schildert eine Beziehung voller Zärtlichkeit und Sinnlichkeit und berührt dabei zutiefst. Sein Film hat alles, was eine gute Geschichte braucht: interessante Charaktere mit Ecken und Kanten, eine fesselnde Dramaturgie und ein packendes Thema, das den Zuschauer so schnell nicht verlässt.

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2008, 11:12 Uhr

 

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Angaben zum Film:

Regie: Andrew Birkin
Drehbuch: Andrew Birkin und Bee Gilbert, nach dem Roman "Les vaisseaux du cœur" von Benoîte Groult
Musik: Klaus Doldinger

Darsteller:

George McEwan - Greta Scacchi
Gavin McCall - Vincent D'Onofrio
Frédérique - Anais Jeanneret
Sidney - Hanns Zischler
Ellen - Barbara Jones
Georges Vater - Rolf Illig
Josie - Petra Berndt
Angus - Lázló I. Kish
Mary - Shirley Henderson
Gavins Mutter - Sandra Voe

 
 
 
 
 
 
 

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