Orchester : Chefdirigent Jun Märkl
Jun Märkl ist seit der Saison 2007/08 Chefdirigent des MDR SINFONIEORCHESTERS und gleichzeitig seit 2005 Musikdirektor des Orchestre National de Lyon. Sein Name steht für Musik des 19. und 20. Jahrhunderts, für Spätromantik und Moderne.
In der Herkunft seiner Eltern - der Vater stammt aus Deutschland, die Mutter aus Japan - liegen die Wurzeln seines Selbstverständnisses als Vermittler zwischen den verschiedenen Kulturen. 1959 geboren, studierte Jun Märkl an der Musikhochschule Hannover Klavier, Violine und Orchesterleitung. Nach dem Diplom ging er zunächst nach München und dann an die University of Michigan, wo er seine Studien bei Sergiu Celibidache und Gustav Meier fortsetzte. 1986 gewann Jun Märkl den Dirigentenwettbewerb des Deutschen Musikrates. Im folgenden Jahr erhielt er ein Stipendium des Boston Symphony Orchestra, um bei Leonard Bernstein und Seiji Ozawa in Tanglewood zu studieren. Nach Engagements an Theatern in Luzern, Bern und Darmstadt war er bis 1994 musikalischer Leiter des Saarländischen Staatstheaters in Saarbrücken, danach bis 2000 als Operndirektor und Generalmusikdirektor am Nationaltheater Mannheim tätig.
Arbeit mit weltweit führenden Orchester-Ensembles
Sein erfolgreiches Debüt an der Wiener Staatsoper mit "Tosca" verhalf ihm zu internationalem Ansehen. Seither dirigiert Jun Märkl führende Orchester und an renommierten Opernhäusern in Europa, Asien und Amerika, so Wagners "Götterdämmerung" im Londoner Royal Opera House Covent Garden, Verdis "Il Trovatore" und "La Traviata" an der New Yorker Metropolitan Opera sowie Wagners "Ring des Nibelungen" am New National Theatre Tokyo. In den letzten Jahren arbeitete er mit einigen der besten Orchestern weltweit u. a. mit dem Orchestre de Paris, den Münchner Philharmonikern und dem NHK Symphony Orchestra Tokyo. Auch zahlreiche CD-Einspielungen, u.a. mit Werken von Robert Schumann und Claude Debussy, hat Jun Märkl in der Vergangenheit vorgelegt.
Unterstützung und Vermittlung
Eine seiner Hauptaufgaben sieht Jun Märkl in der Vermittlung des deutschen Musik-Erbes im Ausland, speziell in Japan und Südafrika. In Johannesburg leistet er seit 2004 mit viel persönlichem Engagement "musikalische Hilfe" beim künstlerischen Aufbau des dortigen Orchesters; dabei sieht er die Entwicklung eines sinfonischen Klangkörpers als Beispiel für allgemein positive gesellschaftliche Entwicklungen.
Für seine Verdienste um die Pflege und die Verbreitung der französischen Musik im In- und Ausland, wurde Jun Märkl im Mai 2012 vom französischen Kultusministerium zum "Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres" ernannt.
Engagement für die Jugend
Projekte für junge Leute liegen Jun Märkl besonders am Herzen. 2008 leitete er das von jugendlichen Musikern aus 40 Ländern gebildete Orchester des "Pacific Music Festival" in Sapporo. Mit dem MDR SINFONIEORCHESTER und dem Jugendsinfonieorchester Leipzig gestaltete er eine vielbeachtete Aufführung von Gustav Holsts "Planeten". Probenbesuche, Schülerkonzerte und die Beteiligung am Schulprojekt "CLARA" des MDR ergänzen sein Engagement auf diesem Gebiet.
Jun Märkl erhält französischen Orden
Anfang Mai wurde Chefdirigent Jun Märkl zum "Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres" ernannt. Er erhielt den Orden für seine besonderen Verdienste um die Pflege und die Verbreitung der französischen Musik im In- und Ausland.
Seit 1957 verleiht das französische Kultusministerium den Orden an "Personen, die sich durch ihr Schaffen im künstlerischen oder literarischen Bereich oder durch ihren Beitrag zur Ausstrahlung der Künste und der Literatur in Frankreich und in der Welt ausgezeichnet haben". Jun Märkl greift auch in seiner Funktion als Chefdirigent immer wieder auf französische Musik zurück. Zusammen mit dem MDR SINFONIEORCHESTER bringt er u.a. Werke von Ravel und Debussy zum Klingen.
