Risto Joost
Risto Joost, Künstlerischer Leiter des MDR RUNDFUNKCHORS Bildrechte: MDR/Peter Adamik

Nachtgesang | 9.6.2017 | 22:00 Uhr | Leipzig, Peterskirche | Eintritt frei Mysterienspiel

Musik und Theater gehen in Benjamin Brittens "Curlew River" eine ganz neue Verbindung ein, inspiriert vom traditionellen japanischen No-Theater, von mittelalterlichen Mysterienspielen und gregorianischem Gesang. In der Regie von Ran Arthur Braun machen sich die Herren des MDR RUNDFUNKCHORS auf, um ans andere Ufer des mystischen Flusses zu gelangen. Damit fügt sich dieser Nachtgesang thematisch bestens in das MDR Festival Practical Spirituality ein.

Risto Joost
Risto Joost, Künstlerischer Leiter des MDR RUNDFUNKCHORS Bildrechte: MDR/Peter Adamik
Künstler Werke
Herren des MDR RUNDFUNKCHORS
Musiker des MDR SINFONIEORCHESTERS

Ran Arthur Braun | Regie
Risto Joost | Dirigent
Benjamin Britten
Curlew River, A Parable for Church Performances op. 71

Mit Curlew River wollte Benjamin Britten 1964 weder Oper noch Oratorium bedienen, vielmehr in Form und Stilistik etwas völlig Neues schaffen. Es gelang ihm, charakteristische Spiel- und Musizierweisen fernöstlichen Theaters mit Elementen des mittelalterlichen Mysterienspiels und gregorianischem Gesang zu verbinden. Während einer Asienreise hatte er 1955/56 u. a. balinesische Musik wie japanisches No-Theater kennengelernt und war fasziniert. Wie in der No-Tradition lässt er ausschließlich männliche Darsteller mitwirken, auch in der weiblichen Hauptrolle: Sie betreten die Bühne, begeben sich sichtbar in ihre Rollen, während einstimmig das "wunderbare Kirchenlied Te lucis ante terminum", Brittens musikalischer Ausgangspunkt, gesungen wird; das Ende des "Spiels" wird auf gleiche Weise zelebriert und kommentiert. Die Handlung ist konzentriert: Ein Fährmann bringt Pilger an das andere Ufer des Flusses, unter ihnen eine Frau, die seit dem Verlust ihres Sohnes verwirrt ist. Ziel ist ein Grab, dem "besondere Gnade" zugeschrieben wird. Der Mutter erscheint der Geist ihres Sohnes, der ihr ein Wiedersehen am Auferstehungstag verheißt. Indem so der Wahnsinn der Mutter geheilt wird, zeigt sich die Offenbarung Gottes.
Der regelmäßig in Covent Garden sowie bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen tätige Regisseur Ran Arthur Braun inszeniert Brittens Musik in der teilbestuhlten Leipziger Peterskirche.

Der Eintritt zum Nachtgesang ist frei.

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2017, 14:36 Uhr