Konzert | 25.11.2012 | 11:00 Uhr | Leipzig, Gewandhaus : Traditionelles zum Ewigkeitssonntag
Dass sich die Ensembles des MDR zum Ewigkeitssonntag besinnlichen wie düsteren Werken der Konzerliteratur widmen, gehört zu den großen Traditionen des Leipziger Musiklebens dazu. Nach den viel beachteten Konzerten der letzten Jahre mit Dvořáks "Stabat Mater" und dem "Requiem" von Giuseppe Verdi vereinen sich in diesem Jahr das Parsifal-Vorspiel von Richard Wagner, die Kindertotenlieder von Gustav Mahler und Leoš Janáčeks "Glagolitische Messe" auf dem Podium des Gewandhauses.
In Wagners "Parsifal" und Janáčeks "Glagolitischer Messe" kommt dem Licht eine ganz besondere Funktion zu. Es erscheint nach der Dunkelheit und steht sinnbildlich für Hoffnung und Liebe. Dementsprechend ist die Mess-Komposition auch nicht düster und schwer, wie es die Zuhörer vielleicht von anderen Messen gewohnt sind, sondern grenzt sich durch eine fröhliche Stimmung von anderen Werken ab. Janáček möchte dem "Menschen ... zeigen, wie man mit dem lieben Gott zu reden hat", so der Komponist über sein letztes Werk.
Was Religion eigentlich ist und bedeutet, war auch eines der Themen, mit denen sich Richard Wagner intensiv beschäftigte und schließlich in seinem "Parsifal" thematisierte. Der Mann vom Grünen Hügel fand eine meisterhafte Instrumentation für sein letztes großes Werk, die sogar Wagnerkritiker Claude Debussy loben musste: "Man hört Orchesterklänge, die einmalig sind und ungeahnt, edel und voller Kraft", schrieb er.
Der Tod - ein Thema über das man nicht sprach
Das Werk des romantischen Dichters Friedrich Rückert hatte Gustav Mahler stark beeindruckt. Der Zyklus "Kindertotenlieder" spiegelte nämlich ein Stück seines eigenen Lebens wider: Sechs seiner Geschwister starben und kaum drei Jahre nach der Vollendung des gleichnamigen Liederzyklus verlor Mahler die eigene Tochter. Beeindruckt von Rückerts Versen, die nicht vom Tod selbst, sondern den Seelenqualen der Hinterbliebenen erzählen, schrieb er eines seiner ergreifendsten Werke. In den fünf Liedern bekommen Sehnsucht und Schmerz, Trauer und Leere eine Stimme, in der dennoch Trost und Hoffnung schimmern.
Lena Belkina übernimmt im Leipziger Matineekonzert den Part der Mezzosopranistin. Am Pult steht der tschechische Dirigent Tomáš Netopil, der für seine magischen Orchesterklänge von der Presse weltweit gelobt wird.
Tomáš Netopil - mit 20 wollte ich nur noch dirigieren!
1975 in Kroměříž geboren, studiert Tomáš Netopil Violine und Dirigieren in seinem Heimatland und am Royal College of Music in Stockholm. Mit seinem Gespür für den richtigen Ton weiß er schon mit zwanzig, dass er um die ganze Welt reisen möchte, um die besten Orchester zu leiten. 2002 gewinnt er den 1. Sir Georg Solti Dirigenten-Wettbewerb in der Alten Oper Frankfurt, 2010 debütiert er schließlich mit den Berliner Philharmonikern und dem London Philharmonic Orchestra. Seit 2009 ist er Musikdirektor des Nationaltheaters Prag und auf den internationalen Podien unterwegs.
MDR SINFONIEORCHESTER und MDR RUNDFUNKCHOR werden in diesem Konzert von den Solisten Hasmik Papian (Sopran), Hermine Haselböck (Alt), Kor-Jan Dusseljee (Tenor) und Andrej Maslakov (Bass) unterstützt.
Die MDR KLASSIK MATINEEKINDER
Wie bei jedem Matineekonzert sind auch diesmal wieder Kinder zwischen sechs und zehn Jahren zu einer musikalischen Spurensuche eingeladen - am 25. November zu dem Thema "Drei Leipziger". Als musikalische Detektive nehmen sie das Leben von Richard Wagner, Gustav Mahler und Leoš Janácek unter die Lupe.
Die Matineekinder treffen sich vor Konzertbeginn am Infostand des MDR im Gewandhaus-Foyer. Die Anmeldung dafür erfolgt unter clara@mdr.de.
Konzertprogramm:
Richard Wagner: Vorspiel zu "Parsifal"
Gustav Mahler: Kindertotenlieder
Leoš Janácek: Glagolitische Messe
Mitwirkende:
MDR SINFONIEORCHESER
MDR RUNDFUNKCHOR
Dirigent: Tomáš Netopil
Lena Belkina - Mezzosopran (Mahler)
Hasmik Papian - Sopran
Hermine Haselböck - Alt
Kor-Jan Dusseljee - Tenor
Andrej Maslakov - Bass
Konzertkarten:
Karten für das Konzert erhalten Sie in der Ticketgalerie, an der Tickethotline unter Telefon: 0341 141414 sowie im MDR Ticketshop.
Links ins WWW
Der MDR ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich!
