Achtung: Aufnahme!
Nach dem Interview geht es zurück in den Regieraum, der wohl kaum mehr als zwei Hände voll Menschen fassen könnte. Vor Tykwer und seinem Team stehen Noten und Laptops. Jeder Ton und jeder Takt werden hier genau verfolgt. Das Prinzip: Je mehr Augen und Ohren, umso besser. Auf einem großen Bildschirm an der Wand laufen die jeweiligen Szenen von "Cloud Atlas" – aber Achtung: Das Bildmaterial ist top secret! Auf der anderen Seite hängt ein zweiter Bildschirm, auf dem Dirigent Kristjan Järvi zu sehen ist. Vor ihm steht ein Metronom. "Kristjan", sagt Tykwer jetzt: "Bitte noch einmal. Nimm mal 104 ins Metronom und noch ein bisschen spannungsvoller das Ganze." Das Orchester, das im Studio eine Etage unter dem Regieraum sitzt, legt los. Langsam setzt es an. Musikalisch entwickelt sich daraus eine ziemlich aufregende Verfolgungsjagd. Jetzt verstummt das Orchester, der Techniker stoppt Filmsequenz und Aufnahme. Die zwei Komponisten Klimek und Reinhold nicken zufrieden: "I think, this was perfect." - "Not to fast?", hakt Tykwer nach. "No", meint Klimek.
"Ein großartiges Filmmusik-Projekt"
Dass Tom Tykwer ausgerechnet in Leipzig die Filmmusik für "Cloud Atlas" einspielen lässt, hat persönliche Gründe: "Kristjan Järvi und ich kennen uns schon seit einigen Jahren und es war immer unser Wunsch, die filmmusikalische Zusammenarbeit zu vertiefen. Als Kristjan wusste, dass er nach Leipzig geht, sagte er mir: 'Die sind richtig gut!' Das war damals wie eine Tür, die sich öffnete." Jetzt schaut Tykwer direkt zu Järvi. "Wir haben immer jemanden gesucht, der so viel Esprit hat wie Kristjan, und ein Orchester mit hohem Niveau, das Spaß daran hat, Musik, die wir im Prozess des Entstehens mitbringen, gemeinsam weiterzuentwickeln." Und auch Kristjan Järvi ist begeistert von der Zusammenarbeit: "Für dieses großartige Filmprojekt zusammen mit meinem Freund Tom Tykwer und dem MDR SINFONIEORCHESTER die Musik zu entwickeln, ist eine große Ehre und künstlerische Herausforderung. Gleichzeitig ist das auch ein wunderschöner Grundstein für meine künftige Zusammenarbeit mit dem MDR."
