MDR-Kammermusik-Ensembles Die Leipziger AlpHornisten

Hans-Dieter Frenzel im Gespräch

Seit zwei Jahren spielen Hans-Dieter Frenzel, Rainer Köhler und Thomas Schulze gemeinsam Alphorn – mit Erfolg. Für das Publikum sind sie ein "Ensemble mit gemeinsamer Seele".

Wie sind Sie zu Ihrem außergewöhnlichen Instrument, dem Alphorn, gekommen?

Vor einigen Jahren haben mein Kollege Rainer Köhler und ich bei einem Instrumentenbauer Alphörner entdeckt. Ein wenig verrückt, aber wahr: Wir haben uns jeder ein solches Alphorn gekauft und es dann gemeinsam ausprobiert. Das Besondere am Alphorn ist, dass sich mit den wenigen Tönen, die man damit erzeugen kann, musikalisch sehr viel machen lässt. Das Alphorn hat einen wunderbaren Klang.

Zwischenzeitlich konnten wir noch einen weiteren Kollegen, Thomas Schulze, von diesem Instrument überzeugen. Im Sommer kaufen wir uns dann jeder schon das dritte Alphorn, nun aber mit einem anderen Klangspektrum.

Und was erwartet das Publikum bei Ihren Konzerten?

Wir spielen einerseits Alphornmusik und andererseits Musik für Alphorn. Das mag spitzfindig klingen, aber der Unterschied ist groß: Die traditionelle Alphornmusik aus der Schweiz war früher eng mit der Kunst des Jodelns verknüpft und hat zudem einen ganz bestimmten Ablauf.

Die Musik für Alphorn hingegen ist frei von "Gesetzmäßigkeiten". Unsere Stücke komponieren und arrangieren wir selbst. Wenn es der Tonumfang ermöglicht, können wir mit dem Alphorn im Prinzip jedes Werk spielen. Künftig wollen wir noch stärker mit Schlagzeug, Gitarre und Keyboard arbeiten, um unsere Konzerte abwechslungsreicher zu gestalten.
Auch derzeit geben wir niemals ein reines Alphornkonzert, das wäre ein wenig zu viel für unser Publikum. Wir variieren dann mit anderen Horninstrumenten.

Und wann treten Sie das nächste Mal auf?

Das wird am 7. Juli 2011 sein, bei einem Parkfest in der Nähe von Eilenburg. Ansonsten spielen wir – wenn es genügend Platz für unsere großen Instrumente gibt – sehr gern in Kirchen, weil dort die Akustik besonders gut ist. Wir bereiten uns gerade darauf vor, in nächster Zeit mehr Konzerte zu geben.

Was zeichnet die Leipziger AlpHornisten besonders aus?

Von unserem Publikum bekommen wir häufig das Feedback, unser Ensemble hätte eine gemeinsame Seele. Ich antworte dann immer: Das haben Sie richtig gehört! Wir drei haben die gleiche Vorstellung davon, wie unsere Musik klingen soll, und können uns deshalb in jedem Fall aufeinander verlassen. Besonders wichtig ist es, auf die anderen zu hören und sofort auf das zu reagieren, was sie musikalisch vorgeben. Das funktioniert bei uns ohne langwierige Proben, wir können einfach auf unseren Instinkt und natürlich auf die genaue Kenntnis unserer großartigen Instrumente vertrauen.

Eine letzte Frage aus aktuellem Anlass: Im Rahmen des Schweiz-Konzerts arbeiten Sie mit dem bekannten Alphornisten Arkady Shilkloper zusammen. Was bedeutet das für Sie?

Um ehrlich zu sein, eine ganze Menge. Wir freuen uns sehr auf das Treffen mit einem Musiker von Weltspitze und die gemeinsame Arbeit. Toll ist zudem, dass wir damit zeigen können, dass es hier in Leipzig, weit entfernt von der Schweiz, ebenfalls Alphornisten gibt.

Die Leipziger AlpHornisten – Die Mitglieder: Thomas Schulze
Rainer Köhler
Hans-Dieter Frenzel

Zuletzt aktualisiert: 27. April 2011, 14:32 Uhr