Kammermusik-Ensembles

MDR-Kammermusik-Ensembles : Das Meistersextett

Andreas Fischer im Gespräch

2005 formierten sich sechs Herren des MDR RUNDFUNKCHORES zum "Meistersextett Leipzig", um in anspruchsvoller Weise und a cappella den Männergesang pflegen. Das Repertoire reicht vom Mittelalter bis zur Moderne. Ein besonderes Augenmerk gilt der Romantik im sächsischen Raum, wobei den Sängern daran gelegen ist, so manche "musikalische Perle" jener Zeit wieder zu entdecken.

Was ist das Besondere an Ihrem Ensemble?

Das Meistersextett: v.l.n.r.: Nico Eckert, Thomas Neumann, Hanns-Jürgen Ander-Donath, Thomas Ratzak, Gun-Wook Lee
Das Meistersextett

Eine Besonderheit liegt schon in der Anzahl der Sänger. Im Gegensatz zu Quartetten, die relativ häufig vorkommen, sind wir ein Sextett. Dadurch haben wir ganz andere Möglichkeiten - wir können nicht nur vierstimmig, sondern eben sechsstimmig singen und in Stücken mit weniger Stimmen die Besetzung wechseln. Wir haben also mehr Variationsmöglichkeiten. Viel wichtiger aber ist wohl, dass wir alle solistisch ausgebildete Sänger sind und aufgrund unserer Arbeit im MDR RUNDFUNKCHOR sehr gut im Ensemble harmonieren. Das heißt, sechs Solisten musizieren gemeinsam, ohne dass die einzelnen Stimmen in den Vordergrund drängen. Außerdem reicht unser Repertoire sehr weit. Wir haben da viel ausprobiert und singen Lieder der Comedian Harmonists genauso wie Renaissancemusik. Wir kümmern uns um Mendelssohn, um Schumann, um Hiller, da haben wir einen schönen Bezug zur Romantik. Nicht zuletzt waren wir auch auf Tournee mit englischen Folksongs.

Wie, wann und wo ist das Ensemble entstanden?

Der Gründervater des Leipziger Meistersextetts ist Thomas Ratzak. Er hatte 2005 die Idee, solch ein A-cappella-Ensemble zu gründen. Anfangs haben wir viel ausprobiert, das hat unheimlich großen Spaß gemacht. Wir haben verschiedene Programme entworfen, von denen wir auch schon einige verwirklichen konnten, a cappella und mit Instrumentalsolisten wie Friederike Otto oder Ensembles wie dem Thüringer Salonquintett. Außerdem haben wir viele unserer "Versuche" aufgenommen und daraus unsere erste CD produziert. Vielleicht ist es nicht ideal, dass unser Repertoire so breit ist, weil die Leute dann nicht wissen, wie sie uns einordnen sollen. Andererseits macht das gerade den Reiz aus. Für mich ist das eine Weiterführung der Arbeit im Rundfunkchor, dort sind wir auch sehr breit aufgestellt und singen Musik aller Stile und Epochen. Diese Qualität haben wir für unser Sextett übernommen.

Wie oft und wo konzertieren Sie?

Momentan sind wir viel unterwegs, aber natürlich bleibt es unser Hobby. Wir sind in erster Linie Sänger im Rundfunkchor und wenn sich da Lücken finden, können wir auch als Sextett auftreten. Wenn wir im Jahr auf zehn Konzerte kommen, ist das ein guter Schnitt. Und was die Orte angeht, so konzentrieren wir uns auf Mitteldeutschland.

Was waren die bisherigen Höhepunkte Ihrer musikalischen Zusammenarbeit?

2009 sind wir im wieder aufgebauten Schloss in Zwickau zum Schumann-Fest aufgetreten. Das war sehr eindrucksvoll und die Resonanz war toll. Denn darum geht es schließlich, dass man als Sänger Musik verwirklicht, die beim Publikum ankommt.

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2011, 15:29 Uhr

Das Leipziger Meistersextett - Die Mitglieder

Hanns-Jürgen Ander-Donath, Bass
Nico Eckert, Tenor
Andreas Fischer, Tenor
Gun-Wook Lee, Bass
Thomas Neumann, Tenor
Thomas Ratzak, Bass

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