Galerie : Das erste Konzert mit MDR-Chefdirigent Kristjan Järvi
Rechte: MDR/Marco Prosch
Nach der Pause folgte dann Orffs "Carmina Burana". Fulminant, mitreißend von der ersten Sekunde an.
Järvi versteht das Werk nicht romantisch, sondern fasst es auf wie einen "archaischen Festumzug", ein "rauhes, grobes Theater". Darin geht es ihm zufolge nicht um Liebe oder Erlösung, sondern "ums Versumpfen, um Sex, um reale Dinge", um "das echte Leben", in dem man "an einem Tag obenauf", und am nächsten "unten" ist: "O fortuna". Die Gesänge seien voller "antikatholischer Satire, lateinischer Witze", es handle sich um "Liedern von Heiden, die um 1200 durch Zentraleuropa zogen". Letztlich - so Järvi - geht es in diesem Werk um "Nomaden", um "Menschen auf Reisen, die ihre Kunst, ihre Lieder und ihre Kultur mit sich nehmen". Was könnte zeitgemäßer sein?
