MDR Konzerte

Konzert | 18.01.2013 | 20:00 Uhr | Leipzig, Altes Rathaus : Auf der Suche nach Neuem

Durch die kleinen Gassen von Paris schlendern Künstler aus der ganzen Welt. Unter ihnen Francis Poulenc und Alexandre Tansmann, zwei Komponisten, die in der Musik ihrer Vorfahren nach dem Universellem suchten, um Neues daraus zu schaffen. Beim ersten Leipziger Rathauskonzert am 18. Januar stehen drei ihrer bedeutendsten Kammermusikwerke auf dem Programm sowie Stücke von Mendelssohn-Bartholdy und Mozart. Es spielen Musiker des MDR SINFONIEORCHESTERS.

Rathausuhr

Paris ist ein Schmelztiegel verschiedener Künste und Kulturen. Viele Musiker, Dichter und Maler zieht es bis heute in die französische Stadt an der Seine, um sich inspirieren zu lassen und ein freies Bohemien-Leben zu führen. Auch der polnische Komponist Alexandre Tansman ging nach seinem Studium an der Warschauer Musikhochschule nach Paris, um dort zu leben, zu lieben und zu musizieren. Hier lernte er die berühmte Groupe des Six kennen, eine Gruppe junger Komponisten, die einen neuen, französischen Stil kreieren wollten. Dieser sollte frei von jeglichen Konventionen sein, leicht und zeitlos.

Aus alt mach neu

Die Arbeit der Groupe des Six, die sich zunächst an dem einfachen, aber koketten Stil Erik Saties orientierte, später am Neoklassizismus von Igor Strawinskys, beeinflusste auch das kompositorische Schaffen ihrer Mitglieder, zu denen auch Francis Poulenc gehörte. Poulenc schrieb viele Kammermusikwerke, die typisch französisch klingen, wie das Trio und das Sextett, die beim Rathauskonzert in Leipzig zu hören sein werden. Sie zählen zu seinen bekanntesten Werken und spielen parodistisch mit der Musik von Poulencs Vorfahren. Man hört Mozart und Haydn, aber auch Saint-Saëns und natürlich Strawinsky. Zwischen elegante und scheinbar einfache Motive mischen sich treibende Rhythmen, eine verspielte Harmonik und Dissonanzen. Poulencs Stücke sind somit alles andere als langweilig. Vielmehr blickt man mit ihnen durch ein buntes Kaleidoskop.

Komponist Francis Poulenc
Francis Poulenc

Auch Tansmans Leben war reich an Kompositionen, auch wenn er nie den Bekanntheitsgrad erreichte wie sein Idol: Igor Strawinsky. Der junge Wahl-Franzose floh im Zweiten Weltkrieg in die USA, wo er den russischen Komponisten und dessen Werk kennen und schätzen lernte. Die "Suite pour trio d'anches", zu Deutsch "Rohrblatt-Trio", ist eines seiner bekanntesten Werke und spiegelt Tansmans enge Verbundenheit zu Strawinsky wider. Sie führt aber auch zu ihren Wurzeln zurück. Immer wieder blitzen polnische Rhythmen darin auf, durchmischt von einer modernen Tonsprache.

Mozart, Mendelssohn und Moderne

Abgerundet wird das Kammerkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdys Konzertstück für Klarinette, Fagott und Klavier d-Moll und Wolfgang Amadeus Mozarts Quintett Es-Dur. Sie schließen den Bogen und führen die Erinnerungen, die Poulenc und Tansman an ihre Vorfahren musikalisch konserviert haben, zu Ende.

Freuen Sie sich auf ein Kammermusikkonzert der besonderen Art, wenn Alt auf Neu trifft, Vergangenheit auf Moderne - interpretiert von sechs ausgezeichneten Musikern des MDR SINFONIEORCHESTERS. In einer extra für dieses Konzert zusammengefunden Konstellation treffen die Musiker Christian Sprenger (Flöte), Norbert Strobel (Oboe), Alexander Roske (Klarinette), Tino Bölk (Horn) und Eckart Bormann (Fagott) auf die Berliner Pianistin Angela Gassenhuber.

Zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2013, 13:59 Uhr

Konzertprogramm:

Francis Poulenc: Trio
Alexandre Tansman: Suite pour trio d'anches
Francis Poulenc: Sextett
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzertstück für Klarinette, Fagott und Klavier d-Moll
Wolfgang Amadeus Mozart: Quintett Es-Dur

Mitwirkende:

Christian Sprenger | Flöte
Norbert Strobel | Oboe
Alexander Roske | Klarinette
Tino Bölk | Horn
Eckart Bormann | Fagott
Angela Gassenhuber | Klavier

Konzertkarten:

Karten für das Konzert erhalten Sie in der Ticketgalerie, an der Tickethotline unter Telefon: 0341 141414 sowie im MDR Ticketshop.

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