MDR Konzerte

Reihe Eins | 11.02.2012 | 20:00 Uhr | Leipzig, Gewandhaus : Wahn und Wahnsinn in der Musik

Wahn und Wahnsinn haben Musiker ebenso begeistert wie Schriftsteller, Maler und Filmemacher. Der Wahnsinn als extreme Äußerung menschlicher Existenz provoziert die Auseinandersetzung in der Kunst. Dieses Konzert gibt zwei "wahnsinnig" schöne Beispiele: Richard Strauss "Don Quixote" trifft auf Hector Berlioz' "Symphonie Fantastique".

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"Wahn! Wahn! Überall Wahn! Wohin ich forschend blick, in Stadt- und Weltchronik, den Grund mir aufzufinden, warum gar bis aufs Blut die Leut sich quälen und schinden in unnütz toller Wut? Hat keiner Lohn noch Dank davon; in Flucht geschlagen wähnt er zu jagen; hört nicht sein eigen Schmerzgekreisch, wenn er sich wühlt ins eigne Fleisch, wähnt Lust sich zu erzeigen!" Nicht nur Hans Sachs, philosophierender Schuhmacher aus Wagners Meistersingern, betrachtet die Welt mit sehr ambivalenten Gefühlen. Der Wahnsinn hat Methode. Von den tiefen Registern des Boris Godunow bis zu der schwindelerregenden Stimmakrobatik von Donizettis Lucia di Lammermoor oder den dramatischen Ausbrüchen von Strauss' Elektra: Wahn und Wahnsinn hat Musiker ebenso begeistert wie Schriftsteller, Maler oder Filmemacher.

Der Wahnsinn als extreme Äußerungen menschlicher Existenz provoziert die Auseinandersetzung in der Kunst, er ist willkommene Vorlage und Teil des Schöpfungsprozesses zugleich. Dieses Konzert gibt zwei "wahnsinnig" schöne Beispiele. Don Quixote trifft auf einen Künstler ohne Namen, der "Ritter von der traurigen Gestalt" auf jenen unbekannten Musiker, hinter dem sich niemand anderes als Hector Berlioz selbst verbirgt. Hier der wackere Unerschrockene, der Mann, der gegen Windmühlen kämpft und immer wieder viel einstecken muss. Dort der Verzweifelte, der Träumer, der seiner Traumfrau nachjagt, sie zu einer fixen Idee werden lässt und dann dem Opium verfällt. "Don Quixote" und die "Symphonie Fantastique" gehören zu den aufregendsten und farbigsten Stücken des Orchesterrepertoires, zu den Werken, mit denen ein großartiges Sinfonieorchester wirklich zeigen kann, was in ihm steckt. Sie sind gleichzeitig aber auch zwei phantastische Geschichten, die Generationen fasziniert haben und das Publikum auch heute noch in ihren Bann ziehen.

Nach dem Konzert in die Klassik Lounge

Vor dem Gewandhaus Leipzig: Ein Mitarbeiter weist einer Besucherin den Weg zur Klassik Lounge.
Der Abend endet in der Klassik Lounge.

Im Anschluss an das Konzert laden wir Sie in die Klassik Lounge im MDR-Studio am Augustusplatz ein. Dort, wo Orchester und Chöre des MDR tagsüber proben und Musik produzieren, können Sie in entspannter Atmosphäre den Abend ausklingen lassen und mit ein bisschen Glück die Künstler des Konzerts persönlich kennenlernen. Für den richtigen Lounge-Sound wird gesorgt. Es spielen Lia Roth & Robert Herrmann. Dazu gibt es kleine Speisen und Getränke. Mit Ihrer Eintrittskarte haben Sie freien Eintritt!

Auf dem Programm stehen:

Eine Hommage an den Bar-Jazz mit Lia Roth & Robert Herrmann

Autor Sascha Macht im Gespräch mit Claudius Nießen, Geschäftsführer und Dozent des Deutschen Literaturinstituts

Informationen zu den Konzerten der "Reihe Eins" können Sie sich hier herunterladen:

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2012, 11:34 Uhr

Konzerteinführung:

19:15 Uhr | Gewandhaus Leipzig, Schumann-Eck

Programm:

Richard Strauss: Don Quixote
Hector Berlioz: Symphonie Fantastique

Mitwirkende:

MDR SINFONIEORCHESTER

Herbert Kleiner | Viola
Rodin-George Moldovan | Violoncello
Jun Märkl | Dirigent

Sophie Rois, Lesung eines Textes von Sascha Macht

Konzertkarten:

Karten für das Konzert erhalten Sie in der Ticketgalerie, an der Tickethotline unter Telefon: 0341 141414 sowie im MDR Ticketshop.

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