Konzert | 13.10.2012 | 20:00 Uhr | Leipzig, Gewandhaus : Saiten-Spiele
Diese Frau versetzt ihre Kritiker in Jubelstürme: "Von Kopf bis Fuß und aus dem Innersten ihres Körpers heraus ist sie Musik." Und dieser Mann ist "einer der herausragenden pianistischen Bach-Interpreten", der jedem Flügel bezaubernde Töne zu entlocken versteht: die mexikanische Dirigentin Alondra de la Parra und der deutsche Pianist Martin Stadtfeld. Im Reihe-Eins-Konzert unter dem Titel "Saiten-Spiele" sind die beiden international erfolgreichen Musiker am 13. Oktober, 20 Uhr, im Leipziger Gewandhaus zu erleben. Auf dem Programm stehen Werke von Bartók, Schostakowitsch und Bach.
Eines der berühmtesten Werke von Béla Bartók hat sich Alondra de la Parra für das Konzert ausgesucht: die "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta". Der Komponist schrieb es zum 10. Geburtstag des Basler Kammerorchesters. Der Dirigent und Gründer des berühmten Ensembles, Paul Sacher, war von Bartóks Stück überwältigt. Was das Werk auszeichnet, ist ein einzigartiger Klang, zu dem chorische Streichergruppen und solistische Harfen-, Klavier- und Perkussionspassagen verschmelzen. Das Stück wirkt effektvoll und erhaben zugleich.
Aufgelehnt gegen das Regime
Fast zeitgleich wie Bartóks "Musik für Saiteninstrumente" entstand die 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch. Und doch sind die Werke gänzlich unterschiedlich. Der russische Komponist setzte immer wieder Kontrapunkte, nicht offensiv, sondern verschlüsselt, wie in seiner Sinfonie von 1937. In ihrer vollkommenen Dramatik erzählt sie von den alltäglichen Demütigungen, die Schostakowitsch auf sich nehmen musste, um zu überleben. Sein Publikum verstand die "Botschaft von Leid, Schmerz und Einsamkeit", wie Zeitgenosse Mstislaw Rostropowitsch formulierte. Bis zu seinem Tod blieb Schostakowitsch für viele seiner Landsleute eine der wenigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich gegen die politische Unterdrückung des stalinistischen Regimes auflehnte.
Es wird spannend, wie Alondra de la Parra die Intensität dieser beiden Stücke herausstellt und die Feinheiten der Musik nachzeichnet. 1980 in New York geboren, umgibt die junge Dirigentin früh die Musik. Sie spielt Klavier und Cello, studiert in Mexiko und den USA Komposition und Klavier, bis sie sich schließlich ihrer großen Leidenschaft, dem Dirigieren, widmet. Denn schon mit 13 Jahren ist ihr klar: "Ich werde Dirigentin." Mit ihrem Talent und ihrem Ehrgeiz gehört Alondra de la Parra mit ihren 32 Jahren heute zu den beeindruckendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Als Gastdirigentin reist sie um die ganze Welt und setzt sich mit dem 2004 von ihr gegründeten Philharmonic Orchestra of the Americans für die Förderung junger Solisten und Komponisten in Nord- und Südamerika ein.
CD-Geschichte geschrieben
Mit 31 Jahren ebenfalls noch sehr jung ist der deutsche Pianist Martin Stadtfeld. Er gilt als ausgezeichneter Bach-Interpret und hat sich damit in der Welt einen Namen gemacht. 1980 in Koblenz geboren, gibt Stadtfeld mit neun Jahren sein Konzertdebüt. 2002 gewinnt er den Leipziger Bach-Wettbewerb und schreibt mit seiner Interpretation von Bachs Goldberg-Variationen CD-Geschichte. Bach sei für ihn, sagt er, dass Alpha und Omega seines Denkens. Heute führen ihn Konzertreisen in die wichtigen Musikzentren Europas, den USA und Japans.
Mit dem MDR SINFONIEORCHESTER spielt Martin Stadtfeld Bachs Konzert für Cembalo und Orchester D-Dur, das gleichsam ein Ruhepol zwischen den zwei einzigartigen und spannenden Werken der Moderne sein wird. Bach schrieb das Konzert in seiner Zeit in Leipzig und benutzte als Grundlage eines seiner bereits existierenden Konzerte für Violine. Zum ersten Mal versuchte er damit, das Cembalo als Soloinstrument in den Mittelpunkt zu rücken.
Ausklang in der MDR KLASSIK LOUNGE
Nach dem Konzert am 13. Oktober sind die Besucher zur MDR KLASSIK LOUNGE im Studio am Augustusplatz eingeladen. Bei Live-Musik, Speisen und Getränken können die Gäste den Abend ausklingen lassen. Antonia Hausmann (Posaune) und Band sorgen für den passenden Lounge-Sound.
Konzertprogramm:
* Béla Bartók: Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta
* Johann Sebastian Bach: Klavierkonzert D-Dur
* Dmitri Schostakowitsch: 5. Sinfonie
Mitwirkende:
MDR SINFONIEORCHESTER
Alondra de la Parra | Dirigentin
Martin Stadtfeld | Klavier
Konzerteinführung:
19:15 Uhr | im Schumann-Eck des Leipziger Gewandhauses
Konzertkarten:
Karten für das Konzert erhalten Sie in der Ticketgalerie, an der Tickethotline unter Telefon: 0341 141414 sowie im MDR Ticketshop.
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