Konzert | 07.10.2012 | 19:30 Uhr | Leipzig, Gewandhaus : Auf den Spuren der Vergangenheit
Die Wurzeln der jüdischen Musik reichen bis 1000 vor unserer Zeit zurück. Mündlich überliefert, wurde sie durch die Jahrhunderte getragen, bis man 1900 damit anfing, ihre Melodien und Rhythmen aufzuschreiben. Viele bedeutende Komponisten setzten sich für ihre Wiederentdeckung ein und integrierten typische Stilistiken in ihren Werken. Im Leipziger "Zauber der Musik" am 7. Oktober widmen sich MDR SINFONIEORCHESTER, MDR RUNDFUNKCHOR und der Leipziger Synagogalchor der jüdischen Tradition, von hebräischer Folklore bis hin zu festlicher Synagogenmusik. Hinter dem Dirigentenpult steht Chefdirigent Kristjan Järvi.
Beim "Zauber der Musik" in Leipzig stehen Igor Stravinskys "Psalmensinfonie" und Leonard Bernsteins "Chichester Psalms" auf dem Programm, die auf alttestamentlichen Psalmen basieren. Es sind kurze Orchesterstücke, die den liturgischen Charakter - Stravinsky untertitelte sein Werk mit den Worten "zu Ehren Gottes" - klar hervorheben. Mit ihrer außergewöhnlichen Instrumentation erschaffen sie unverwechselbare Klänge, die bis in die Anfänge der jüdischen Musik zurückreichen.
Eingebettet in traditionelle jüdische Gesänge des Synagogalchores Leipzig vollendet das MDR SINFONIEORCHESTER mit "Hasseneh", zu Deutsch "Die Hochzeit", das Konzert. Die sinfonische Suite des georgisch-amerikanischen Komponisten Jacques Press versinnbildlicht mit ihren treibenden Rhythmen und kleinen Tonschritten die hebräische Folklore.
Musik als Vermittler zwischen den Völkern
"Die Liebe dieses Chores zu der Musik, die er pflegt, ist echt und aufrichtig" titelt die Presse über den Synagogalchor Leipzig. Seit seiner Gründung vor 50 Jahren widmen sich die 30 Sänger und Sängerinnen der Pflege und Bewahrung synagogaler Musik sowie jüdischer und hebräischer Folklore. Im Sinne der Tradition pflegen sie den Wechselgesang zwischen Kantor und Chor a cappella oder mit Orgel- und Klavierbegleitung.
Schon zu DDR Zeiten reiste der semi-professionelle Konzertchor aus Leipzig durchs Land und gewann zahlreiche Preise, u.a. den Stern der Völkerfreundschaft in Gold, eine der höchsten staatlichen Anerkennungen der DDR. Heute gastiert er auf der ganzen Welt, steht in den USA, Spanien, Brasilien, Südafrika und Israel auf der Bühne. Seit 2012 ist Jungdirigent Ludwig Böhme sein musikalischer Leiter.
Go East: Die Reise in Richtung Sonne
Das Konzert im Leipziger Gewandhaus ist eine Station auf der Reise in den fernen Osten: Die neue Spielzeit der Ensembles des MDR, die 2012 erstmals mit Kristjan Järvi als Chefdirigent bestritten wird, steht unter dem Motto "Go East" und entführt das Publikum über den Balkan, Russland, China, den Orient und Indien bis nach Neuseeland. Neben Weltstars wie der virtuosen Sitar-Spielerin Anoushka Shankar oder der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra wird es auch erstmals einen Composer in Residence geben: den vielfach ausgezeichneten chinesischen Komponisten und Dirigenten Tan Dun.
Konzertprogramm:
* Igor Strawinsky: Psalmensinfonie
* Jüdische Gesänge (Synagogalchor)
* Jacques Press: Hasseneh (Jüdische Hochzeit)
* Leonard Bernstein: Chichester Psalms
Mitwirkende:
MDR RUNDFUNKCHOR
MDR SINFONIEORCHESTER
Leipziger Synagogalchor | Leitung: Ludwig Böhme
Kristjan Järvi | Dirigent
Susanne Langner | Alt
Fritz Feilhaber | Tenor
Clemens Posselt | Orgel
Konzertkarten:
Karten für das Konzert erhalten Sie in der Ticketgalerie, an der Tickethotline unter Telefon: 0341 141414 sowie im MDR Ticketshop.
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