Sendung vom 04. September 2011 : Zahlreiches Diebesgut sichergestellt
Wer sind die rechtmäßigen Besitzer des beschlagnahmten Diebesgutes? Diese Frage stellt sich die Thüringer Polizei, die im Juni 2011 einen ganz großen Fang gemacht hat.
Die Kripo in Gera hat im Juni 2011 einer weiträumig agierenden Diebesbande das Handwerk gelegt und damit gleich eine ganze Reihe von Diebstählen aufgeklärt. Diese geschahen zwischen 2007 und 2011. Vermutlich gibt es aber mehr Taten als bislang bekannt, denn die Beamten haben rund ein Viertel des sichergestellten Diebesguts noch immer nicht ihren rechtmäßigen Besitzern zugeordnet. Es lagert in einer Garage der Altenburger Polizei. Bilder davon hat die Polizei inzwischen auch im Internet veröffentlicht. Sie hofft, so die Besitzer finden zu können.
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Die Sonderkommission "Garage 2.0" war den Dieben monatelang auf der Spur. Höhepunkt der Ermittlungen war ein SEK-Einsatz in Meuselwitz im Juni 2011. Zwei Männer konnten festgenommen werden, ein dritter ist bis heute noch auf freiem Fuß. Sichergestellt wurde eine gewaltige Menge Diebesgut, das insgesamt vier Garagen füllte. Gefunden wurden Werkzeuge, Baumaschinen, Motorräder, auch Schusswaffen und mehrere tausend Euro Bargeld. Der größte Teil der Gegenstände konnte in den folgenden Wochen den bestohlenen Eigentümern zurückgegeben werden.
Überraschung für die Polizei
Der Umfang der Beute, die die Diebe im Lauf der Jahre zusammentrugen, überraschte selbst die Beamten. Diese gingen anfangs davon aus, dass das Trio nur im Altenburger Land aktiv war, insbesondere im Bereich Meuselwitz, Haselbach und Altenburg. Inzwischen wurden den Tätern aber auch Taten in Sachsen und Sachsen-Anhalt zugeordnet. Die Männer klauten alles, was sich abtransportieren ließ: von Baustellen, aus Lagerhallen, Wohnhäusern und Gartenlauben. Manches wurde im Internet oder unter der Hand verkauft, anderes für den Eigenbedarf mitgenommen.
Die Polizisten fanden in zwei Garagen sogar fest eingebaute Tanks. Darin lagerten die Diebe den regelmäßig gestohlenen Dieselkraftstoff. Mit kleinen Pumpen und Zapfpistolen hatte sich das Trio so eine kleine private Tankstelle gebaut. Den Diesel stahlen sie vor allem im Altenburger Umland. Im Tonwerk Haselbach waren die Männer gleich mehrere Male. Weil das Abbaugebiet von Bäumen umgeben ist, waren sie gut vor Entdeckung geschützt. Gestohlen wurde hier aber nicht nur Kraftstoff. Auch der ebenfalls im Wald stehende Container, in dem sich das Büro der Tonhalde, ein Aufenthaltsraum und das Werkzeuglager befinden, wurde mehrfach aufgebrochen. Insgesamt 14 Mal wurde das Tonwerk heimgesucht.
Weitere Suche nach Diebstahlopfern
Die offenbar drogensüchtigen Meuselwitzer Ganoven werden nun angeklagt. Die Vorwürfe: mehrfacher, besonders schwerer Diebstahl, Hehlerei und Verstoß gegen das Waffengesetz. Sogar gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde verstoßen, denn der Haupttäter hatte wohl auch Streckmittel für Rauschgift hergestellt und damit Geld verdient.
Die Liste der noch nicht zugeordneten Beutestücke ist lang. Darunter sind Kettensägen von Stihl, Bullcraft, Partner, Hurricane und Dolmar, Bohrer von Berner und Hilti, eine Handkreissäge, ein Teppichentferner und Schleifer, jeweils mit Koffer von Festo, ein Stampfer BS 600 von Wacker, ein Nivelliergerät GW-20 von Wichmann, eine neuwertige Endoskopkamera DNT Findoo, ein schwarzes Mountainbike mit verschiedener Beschriftung und eine Yamaha Cross-Maschine. Bei ihr wurde die Fahrgestellnummer herausgeschliffen. Möglich ist auch, dass das Motorrad von den Dieben umgebaut oder mit fremden Teilen ergänzt wurde. Die Ermittler in Altenburg haben inzwischen eine Internetseite eingerichtet, wo sie das noch verbliebene Diebesgut ausführlich vorstellen.
- Wer erkennt ein ihm gestohlenes Beutestück?
Hinweise bitte an die Kripo Altenburg, Tel. 03447 4810
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