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Kripo live | 23.10.2011 | 19:50 Uhr : Urnen von Friedhof in Görlitz gestohlen

Der 1847 angelegte Friedhof in Görlitz ist 30 Hektar groß und über zehn Eingänge erreichbar. Anfang Oktober kamen Diebe hierher, zerstörten eine aufwendig restaurierte Grabstelle und nahmen zwei Urnen mit. Vielleicht waren es nur Metalldiebe.

Grab der Buchdruckerfamilioe Hoffmann auf dem Friedhof in Görlitz

In Görlitz ist das Grab der örtlichen Buchdruckerfamilie Hoffmann geschändet worden. Die Täter hatten es offenbar auf die beiden Zierurnen aus dem 19. Jahrhundert abgesehen, die nun weg sind. Die Grabstelle (Grabnummer B-045) war erst 2001 mit Hilfe von Geldspenden der Görlitzer restauriert worden. Die Kosten betrugen damals 65.000 Mark. Dabei wurden Engel und auch die Urnen ordentlich wiederhergestellt. Das Grab ist seit einiger Zeit eine Station der sogenannten Engelführungen, die die Friedhofsverwaltung anbietet.

Schmuckurne am Grab
Links und rechts von der Engelsfigur stand je eine Schmuckurne, die gestohlen wurden.

Die Diebe kamen irgendwann zwischen Donnerstag, dem 6. Oktober, und Montag, dem 10. Oktober 2011. In dieser nasskalten Jahreszeit sind hier wenige Menschen anzutreffen. So konnten die Täter alles in Ruhe ausspähen und sich dann bedienen. Die Unbekannten rissen die Zierurnen gewaltsam aus der Verankerung und nahmen sie mit. Möglicherweise geschah die Tat am 6. oder 7. Oktober, denn da stand hier kurz vor 8 Uhr ein polnisches Auto. Eine Zeugin beschrieb den Wagen älteren Typs als ein bisschen kaputt. Vor der Fahrertür habe ein rauchender und sich umschauender Mann gestanden, sagte die Zeugin, die das Ganze sehr ungewöhnlich fand. Die Polizei prüft noch einen möglichen Zusammenhang.

Kripo - Fall 4
Archivfoto der Schmuckurne.

Die beiden gestohlenen Schmuckurnen haben die Form eines Pokals mit einer Blüte oben drauf. Sie sind ca. 70 cm hoch, 35 bis 40 cm breit und bestehen aus einer Kupfer- oder Bronzelegierung. Der reine Metallwert ist recht gering, denn die Urnen bestehen innen aus einem Gipskörper und sind außen nur mit einer dünnen Metalllegierung überzogen. Der materielle Schaden dagegen beträgt stattliche 20.000 Euro – vom immateriellen Schaden einmal ganz abgesehen.

  • Wer war im Zeitraum vom 6. bis 10. Oktober auf dem alten Friedhof in Görlitz und kann vielleicht helfen, die Tatzeit weiter einzugrenzen?
  • Wer hat in besagtem Zeitraum Personen auf oder in der Nähe des Friedhofes gesehen, die etwas mit der Tat zu tun haben könnten?

Hinweise bitte an die Kripo Oberlausitz/Niederschlesien in Görlitz, Tel.: 03581 468224.

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2011, 11:56 Uhr

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