Diebstahl, Betrug

Kripo live | 30.10.2011 | 19:50 Uhr : Diebstahl von Grabplatten vom Friedhof in Trebsen

Die Friedhofsmauer mit dem Relief und den Bronzeplatte
Die Friedhofsmauer mit dem Relief.

Unbekannte Täter haben in der Nacht vom 26. zum 27. Juli 2011 auf dem Friedhof in Trebsen die Grabstätte der Familie Wiede, Gründerfamilie der ortsansässigen Papierfabrik, geplündert und sechs große Bronzetafeln gestohlen. Johannes Wiede hatte die Grabstätte in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts von dem damals berühmten Bildhauer Georg Wrba errichten lassen. In der Mitte findet sich ein opulentes Relief, das eine biblische Szene zeigt: Ein Engel verkündet die Auferstehung von Jesus Christus. Rechts und links davon finden sich je drei Grabtafeln, die einmal die Namen verstorbener Familienmitglieder tragen sollten und vorerst mit Bibelzitaten verziert wurden.

Eine der entwendeten Bronzeplatten
Die entwendeten Grabtafeln sind jeweils etwa 50 Kilogramm schwer.

Die Ermittler der Polizeidirektion Westsachsen beschäftigt vor allem die Frage nach dem Hintergrund der Tat. Ermittelt wird zum einen in Richtung Buntmetalldiebe. Nach einem Hinweis des örtlichen Denkmalspflegers auf eine Sammlergruppe, die sich mit Werken von Georg Wrba beschäftigt, wird aber auch ein Kunstdiebstahl nicht ausgeschlossen - möglich, dass der Bildhauer in bestimmten Kreisen inzwischen Liebhaberpreise verspricht. Wrba war von 1907 bis 1933 Professor an der Akademie für bildende Künste in Dresden.

Das gestohlene Kruzifix
Die Diebe stahlen außerdem ein kupfernes Kruzifix.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in einem solchen Falle nicht nur die Diebe bestraft werden. Auch die Käufer machen sich strafbar – selbst wenn sie gar nicht wissen, dass sie gestohlene Werke gekauft haben. Entwendet wurden sechs Bronzetafeln, ca. 70 Zentimeter mal 1,20 Meter groß, etwa eineinhalb Zentimer stark und jeweils etwa 50 Kilogramm schwer, samt den passenden sechseckigen bronzenen Schraubnägeln. Eine Tafel trägt eine Grabinschrift zu Johannes Wiede, die anderen fünf jeweils ein- bis zweizeilige Bibelverse.

Außerdem ist in jener Nacht von einem anderen Grab ein etwa 1,20 Meter hohes kupfernes Kruzifix mit einer historischen Christusfigur verschwunden. Die Täter müssen die Bronzetafeln zu Fuß aus dem Friedhofsgelände getragen haben, das Schloss am Einfahrtstor war unversehrt.

  • Wer hat in der Nacht vom 26. zum 27. Juli 2011 rund um den Trebsener Friedhof Dinge beobachtet, die mit dem Diebstahl in Zusammenhang stehen können?
  • Wem wurden die Grabplatten bzw. das Kruzifix angeboten oder wer weiß, wo sie sich zurzeit befinden?

Hinweise bitte an die Polizeidirektion Westsachsen, Tel.: 0341 255100.

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2011, 19:06 Uhr

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