Kripo live | 29.01.2012 | 19:50 Uhr : Trickdiebstahl in Magdeburg
Die Polizei kennt zahllose Spielarten des Trickdiebstahls, doch das Grundprinzip ist meistens gleich: Typisch ist, dass eine Person das Opfer ablenkt, während eine oder mehrere weitere Personen die Zeit nutzen, um zu stehlen. Auch in Magdeburg ist eine 77-jährige Frau am Vormittag des 12. Dezember 2011 auf diese Weise um ihren Familienschmuck gebracht worden.
Als die Rentnerin vom Einkaufen kommt, steht vor ihrer Wohnungstür in der Wilhelm-Külz-Straße eine ältere Frau mit einer großen schwarzen Tasche. Sie stellt sich als Christina Pakusch vor. In gebrochenem Deutsch gibt sie an, Spanierin zu sein und etwas für die Untermieter abgeben zu wollen. Dafür bittet sie um einen Beutel.
Die Geschädigte ist zunächst nicht misstrauisch. Noch ehe sie den Beutel holen kann, schlüpft die Fremde jedoch hinein – nicht ohne die Wohnungstür ganz bewusst offen zu lassen. In der Küche beginnt sie ihre Tasche auszupacken. Mit den Worten "Gute Qualität!" holt sie immer neue Sachen heraus. Schließlich stellt sie sich mit einer großen hellblauen Decke in den Türrahmen und breitet sie aus - vermutlich damit die Geschädigte nicht bemerkt, dass eine weitere Person ihre Wohnung betritt. Gefühlte zehn Minuten lenkt die Besucherin ihr Opfer ab, während die zweite Person in den anderen Zimmern nach Wertgegenständen sucht. Plötzlich packt die Fremde alles ein und verschwindet.
Schmuck im Wert von 100.000 Euro gestohlen
Der Grund des dreisten Besuches wird der Bestohlenen erst später klar. Als sie sich am Abend ein kleines Utensil aus ihrem Schmuckkästchen holen will, fällt sie fast in Ohnmacht: Das Kästchen, bis vor Kurzem voll mit Schmuck, ist leer.
Familienschmuck im Wert von fast 100.000 Euro ist den Trickdieben in die Hände gefallen: Goldketten, Broschen, Brillantringe. Zusammen mit ihrer Tochter hat die Geschädigte eine Bestandsaufnahme versucht; einige Stücke hat sie aus dem Gedächtnis gezeichnet. Gestohlen wurde unter anderem ein Medaillon - ein in 585er Gold gefasster Onyx mit stilisiertem Pflanzenornament -, ein ca. fünf Zentimeter hohes Amethystkreuz, das mit sechs Steinen in Altgold gefasst ist, sowie ein Ring mit einem in Platin gefassten Onyx mit Brillanten.
Auch ein Porträt der Fremden hat die Geschädigte angefertigt. Die Trickdiebin ist etwa 70 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß und vollschlank. Sie hat schwarz gefärbtes, schulterlanges Haar und sprach mit südländischem Akzent.
- Wer kennt die Person auf dem Phantombild?
- Wo ist diese Person eventuell noch aufgetaucht?
- Wem sind am 12. Dezember 2011 zwischen 10 und 11 Uhr im Bereich der Wilhelm-Külz-Straße Personen oder Fahrzeuge aufgefallen, die mit dem Trickdiebstahl in Zusammenhang stehen könnten?
- Wem wurde der alte Schmuck zum Kauf angeboten?



