Kripo live

Kripo live | 21.08.2011 | 19:50 Uhr: : Mit dem Enkeltrick auf Diebestour

Mit dem sogenannten "Enkeltrick" sind seit einiger Zeit Trickbetrüger im Raum Chemnitz unterwegs. In vielen Fällen blieben sie erfolglos. Wenn sie jedoch erfolgreich sind, ist der Schaden meist groß.

Eine Seniorin telefoniert mit einem Mobiltelefon
Die Betrüger haben es vor allem auf Senioren abgesehen.

So wurde in Annaberg eine 74 Jahre alte Frau um 22.000 Euro erleichtert. Die Rentnerin hatte am 4. August 2011 mehrere Anrufe erhalten. Beim ersten Mal gab sich jemand als ein Bekannter aus. Er erzählte, dass ihm für den Kauf einer Wohnung noch 20.000 Euro fehlen und bat die Seniorin, ihm das Geld zu geben – wobei es auch mehr sein könne. Ein Assistent des Wohnungsmaklers werde vorbeikommen und es abholen. Beim zweiten Anruf fragte der Mann, ob die Frau das Geld nun bereit hätte, was sie bejahte.

Gegen 13:10 klingelte das Telefon ein drittes Mal. Der Betrüger gab Bescheid, dass der Geldabholer nun unterwegs sei. Noch während des Gesprächs klingelte es an der Wohnungstür. Die Rentnerin ließ den Mann an der Tür herein und einen Nachweis über 22.000 Euro unterschreiben. Der Mann, der ein Handy am Ohr hatte, nahm das Geld, steckte es in die Innentasche und ging wieder. Beschrieben wurde der Geldabholer als 30 bis 35 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und südländischen Typs. Er hatte kurz geschorene Haare und sehr dunkle Augen.

Viele Versuche ohne Erfolg

Anfang August hatten zahlreiche ältere Menschen vor allem in Olbernhau und Annaberg Anrufe von Betrügern bekommen. Die Masche war nicht immer gleich. Mal fragte eine Frau nach Geld oder Gold, dass sie angeblich für die Regulierung eines Unfalls in Dresden brauche. Auch die Geschichte mit der Eigentumswohnung kam immer wieder vor. Bei einer weiteren Seniorin in Olbernhau meldete sich eine "Helga" und bat um 10.000 Euro, die sie am nächsten Tag zurückbringen wolle. In einem weiteren Fall war von 10.000 Euro für den Kauf eines Autos die Rede. Hier wurde die Rentnerin misstrauisch, weil die echte Person, als die sich die Anruferin ausgab, bereits über 80 Jahre alt ist und sich deshalb kein Auto kaufen würde.

Angesichts der zahlreichen Fälle warnt die Polizei vor allem ältere Menschen:

  • Lassen Sie sich am Telefon keine Namen von Verwandten oder Bekannten entlocken!
  • Rufen Sie im Zweifel bei den Bekannten/Verwandten an!
  • Seien sie wachsam, wenn Fremde an der Wohnungstür klingeln!
  • Geben sie unbekannten Personen kein Geld!
  • Rufen Sie gegebenenfalls ruhig auch die Polizei an!

Bei Hinweisen zu den genannten Fällen wenden Sie sich bitte an die Kripo Chemnitz-Erzgebirge, Tel.: 0371 3873445.

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2011, 20:39 Uhr

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