Sendung vom 5. Juni 2011 : Versuchter Totschlag im Südharz
Als ein 71-jähriger Jäger am Nachmittag des 9. April gemeinsam mit seiner Frau im Südharz Hochsitze kontrollierte, konnte er nicht ahnen, dass er schon kurze Zeit später um sein Leben ringen musste.
An diesem Sonnabend war eine Gruppe von Motocross-Fahrern im Wald unterwegs. Der Rentner sprach die Männer an und wies sie darauf hin, dass das Fahren im Wald untersagt ist. Daraufhin fielen drei der sieben Fahrer über ihn her, prügelten ihn mit Knüppeln und traten auf ihn ein. Auch der Hinweis auf seine Bluterkrankheit ließ die Schläger nicht zur Vernunft kommen. Als der Mann sich nicht mehr rührte, flüchteten die Motorradfahrer in Richtung Norden. Weil es am Tatort keinen Funkempfang gibt, konnte die Frau des Opfers vor Ort keine Hilfe rufen. Der schwer verletzte Mann – sowohl sein Nasenbein als auch seine Oberkieferhöhle sind gebrochen, an einem Auge hat er eine Netzhautablösung – schleppte sich mit seiner Frau zum Auto, das unweit vom Tatort abgestellt war.
In einem Krankenhaus in Nordhausen musste sein Blutspiegel erst neu eingestellt werden, bevor er überhaupt operiert werden konnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags. Die sieben Motorradfahrer waren alle mit Motocross- oder Enduro-Maschinen unterwegs. Sie trugen dunkle Motorradkleidung, zum Teil silber oder hellgrau abgesetzt, und Cross- oder Integralhelme. Zwei der drei Schläger sollen etwa 1,70 bis 1,80 Meter groß sein; ein weiterer – der brutalste – soll etwa 1,60 Meter groß sein. Die Polizei sucht nun nach Zeugen der Gewalttat.
- Wer hat am Sonnabend, 9. April 2011 nachmittags, gesehen, wo diese Gruppe von sieben Crossfahrern wieder aus dem Wald herausgefahren ist?
- Wer hat beobachtet, wie Motorräder in Kleintransporter verladen oder betankt wurden?
- Die Polizei wendet sich insbesondere an die Männer aus der Gruppe, die an der Auseinandersetzung nicht beteiligt waren. Sie sollen sich als Zeugen zur Verfügung stellen, um sich nicht mitschuldig zu machen. Die Staatsanwaltschaft behandelt alle Hinweise vertraulich.
Von privater Seite wurden insgesamt 1.700 Euro Belohnung ausgesetzt.
