Kripo live | 27.11.2011 | 19:50 Uhr : Fahrraddiebstahl mit Körperverletzung in Wernigerode
Die Polizei in Wernigerode sucht seit Anfang September einen Mann für eine Straftat, die wahrscheinlich als Routine-Diebstahl geplant war und mit einer schweren Körperverletzung endete.
In Wernigerode wurden seit einiger Zeit vermehrt Fahrräder gestohlen. Ein Fall entwickelte sich zu einer Raubstraftat mit gefährlicher Körperverletzung. Aus diesem Grund ermittelt de Polizei hier mit besonders viel Nachdruck. Besagte Tat fand am frühen Morgen des 2. September 2011 statt. In der recht stillen Johannisstraße betrat ein junger Mann den Innenhof, wo mehrere Fahrräder abgestellt sind. Mit einem Bolzenschneider machte er sich an einem der Fahrräder zu schaffen. Was er nicht ahnte: Als er den Hof betrat, klappte das Tor laut zu.
Das laute Geräusch weckte die Ehefrau des späteren Opfers. Der Geschädigte lief auf den Hof, wo der Dieb bereits das Schloss am Fahrrad geknackt hatte. Der Fahrradbesitzer wollte den Dieb stoppen und versuchte, ihn festzuhalten. Doch der Täter konnte sich befreien und schlug mit dem Bolzenschneider zu. Das 34 Jahre alte Opfer wurde schwer am Kopf verletzt. Der Dieb ließ den Bolzenschneider fallen und floh, kam jedoch kurz danach zurück, um sein Tatwerkzeug zu holen. Als er den Geschädigten am Boden liegen sah, rannte er jedoch wieder weg.
Flucht mit dunklem Auto
Das Opfer konnte trotz seiner schweren Verletzungen noch beobachten, wie der Täter aus Richtung Johannisstraße in Richtung Albert-Bartels-Straße lief und unmittelbar im Einmündungsbereich in einen dunklen PKW einstieg. Der Wagen fuhr dann mit sehr hoher Geschwindigkeit in Richtung Ringstraße.
Das Fluchtfahrzeug war ein dunkler Ford Mondeo Kombi älteren Baujahres mit abgedunkelten Scheiben. Die Ermittler gehen davon aus, dass im Fahrzeug ein Komplize wartete. Am Bolzenschneider wurden übrigens DNA-Spuren gesichert, die noch nicht zugeordnet werden konnten.
Der Täter ist etwa 20 bis 25 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß. Er ist schlank und durchtrainiert. Zur Tatzeit trug der Mann ein grau-schwarzes Kapuzenshirt, eine dunkle Jeans und schwarze Schuhe mit derber Sohle.
Anstieg der Fahrraddiebstähle
Für die Wernigeroder Kriminalisten ist der Fall der traurige Höhepunkt einer umfangreichen Diebstahlserie. Allein 2011 wurden in der Stadt am Harz bislang etwa 240 Fahrraddiebstähle angezeigt. Im letzten Jahr waren es innerhalb des gleichen Zeitraumes "nur" 154 angezeigte Diebstähle von Fahrrädern. Dieser Anstieg besorgt nicht nur die Polizei, sondern auch die Bürger. Der bisher errechnete Sachschaden beträgt etwa 125.000 Euro. Auffällig dabei ist, dass nicht nur hochwertige Räder, sondern auch betagtere Drahtesel auf Nimmerwiedersehen verschwinden.
In Wernigerode selbst werden nur relativ wenige Fahrräder wiedergefunden. Auch Hinweise von Bürgern sind selten. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass die Räder den Altlandkreis Wernigerode verlassen und außerhalb angeboten oder verkauft werden. Vermutlich ist ein großer Teil der Diebstähle unter Beschaffungskriminalität einzuordnen.
- Wer kennt die auf dem Phantombild abgebildete Person?
- Wer weiß, wo sie sich derzeit aufhält?
- Wer kann etwas zu dem beteiligten Fluchtfahrzeug sagen?
