Kripo live | 15.01.2012 | 19:50 Uhr : Diebstahl in Kirchen im Harz
Unbekannte Diebe sind in der Woche nach Weihnachten 2011 in insgesamt elf Kirchen im Harz eingebrochen, um sich an den Opferstöcken zu bedienen. Mit einem Einbruch in die Marienkirche in Ilsenburg ging es in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember los.
Zunächst versuchten die Täter, das Gitter eines Fensters aufzubiegen. Als das nicht gelang, machten sie sich an der Kirchentür zu schaffen. Mit einer Latte vom Zaun des Nachbarn schafften sie es schließlich, die schwere Tür aufzuhebeln. Drinnen öffneten sie die Tür zur Sakristei und durchsuchten die Schränke; Geld fanden sie keines. Einzig im Opferstock, der im Vorraum in eine Stellwand eingelassen war, befanden sich einige Münzen. Die Diebe brachen den Metallbehälter mit den Maßen 20 x 20 x 10 Zentimeter kurzerhand heraus, vermutlich, um ihn später irgendwo zu entsorgen.
In derselben Nacht stahlen die Unbekannten aus der evangelisch-lutherischen Kirche in Vienenburg einen weiteren Spendenbehälter, gebaut aus einer ehemaligen Zinkorgelpfeife und etwa einen Meter lang.
Nächster Anlaufpunkt: die Dorfkirche von Göddeckenrode bei Osterwieck. Wieder hebelten der oder die Täter Schlösser und Türriegel auf und gelangten unbemerkt in den Innenraum – laut Kirchenbüchern der erste Einbruch seit 270 Jahren. Anschließend brachen sie den Opferstock aus Holz auf, in dem sich etwa 20 Euro befanden.
In insgesamt elf Kirchen – zwei davon in Niedersachsen – brachen die Unbekannten auf diese Weise ein; Beamte in Halberstadt und Goslar ermitteln nun wegen besonders schweren Diebstahls. Die Gesamtbeute dürfte gerade mal bei 100 Euro liegen; der Schaden, der in den Kirchen an Fenstern und Türen, aber auch an den historischen Spendenboxen angerichtet wurde, ist jedoch um einiges höher: Er wird auf über 20.000 Euro geschätzt.
An einigen Tatorten wurden in den Tagen nach Weihnachten zwei verdächtige Personen beobachtet, einer 40 bis 45 Jahre alt, der andere deutlich jünger; er wird auf 19 bis 25 Jahre geschätzt. Möglich, dass es sich dabei um die beiden Täter handelte. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Männer auf Fahrrädern unterwegs waren: Die einzelnen Tatorte liegen nur wenige Kilometer auseinander.
- Wer hat in der Tatzeit vom 25. bis 31. Dezember 2011 verdächtige Personen im Bereich dieser Kirchen in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gesehen?
- Wer kann Hinweise zu mindestens zwei Tätern geben, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zwischen den Kirchen bewegt haben?
- Wer kann Angaben zu den gestohlenen Opferstöcken machen?
