Ernst Ludwig Kirchner. Schimmeldressurakt. 1908-09, Öl, Kirchner Museum Davos
Ernst Ludwig Kirchner. Schimmeldressurakt. 1908-09, Öl, Kirchner Museum Davos Bildrechte: Kirchner Museum Davos

Kunstsammlung Jena Als der Expressionismus nach Jena kam

Die Kunstsammlung Jena lädt in diesem Herbst zu einer ganz besonderen Ausstellung. Unter dem Titel "Es gibt nur ein Programm: Freiheit!" zeigt sie Werke bekannter Maler des Expressionismus wie Emil Nolde, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner. Sie würdigt damit Botho Graef, der sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts engagierte, dem Publikum die Kunstwerke des Experssionismus nahezubringen.

Ernst Ludwig Kirchner. Schimmeldressurakt. 1908-09, Öl, Kirchner Museum Davos
Ernst Ludwig Kirchner. Schimmeldressurakt. 1908-09, Öl, Kirchner Museum Davos Bildrechte: Kirchner Museum Davos

Jena war zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur eine Stadt der Optik, sondern auch eine der Kunst. Vor allem die neuen künstlerischen Bewegungen wie der Expressionismus, fanden hier zahlreiche Freunde und Förderer. Allen voran stand Botho Graef, Universitätsprofessor und Kenner der Kunst Griechenlands, der sich für die Belange von Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner und die anderer Künstler einsetzte.

August Macke. Märchenerzähler. 1912. Öl. Museum Frieder Burda, Baden-Baden
August Macke. Märchenerzähler. 1912. Öl. Museum Frieder Burda, Baden-Baden Bildrechte: Museum Frieder Burda, Baden-Baden

Ab 1904 wurde Graef schnell zum Mentor des Jenaer Kunstvereins, bei dem sich viele Aktivitäten bündelten. Botho Graef, der vor 100 Jahren verstarb, warb mit einfühlsamen, klug gesetzten Worten für das "Geheimnis echter Kunst, die uns überzeugt, oder wenn man will, uns überwältigt" und er wurde nicht müde in seinem Streben, die Menschen für die Bilder der Expressionisten zu gewinnen. Da die Art des Malens der Expressionisten für das damalige Publikum so neu und fremd war, wurde er als Rezensent auch in seinen Beschreibungen ungewohnt kreativ - um diese Bilder den Betrachtern nahe zu bringen. "Augenerlebnisse aus der Wirklichkeit" nannte er zum Beispiel die Bilder der Expressionisten.

Erich Heckel. Gelbe Segel.1913, Öl, Kustsammlung Jena
Erich Heckel. Gelbe Segel.1913, Öl, Kustsammlung Jena Bildrechte: Kunstsammlung Jena

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Es gibt nur ein Programm: Freiheit!" zum 100. Todestag von Botho Graef stehen nun die Werke jener Künstler, die wir heute als Expressionisten kennen und schätzen. Die Exposition will jedoch auch den Mikrokosmos der aufstrebenden Universitätsstadt Jena darstellen. Knapp 150 Werke, u. a. von folgenden Künstlern, werden in dieser erlesenen Sonderschau gezeigt: Cuno Amiet, Charles Crodel, Erich Heckel, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner, August Macke, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff.

Informationen zur Ausstellung: Es gibt nur ein Programm: Freiheit!
Kirchner, Nolde, Heckel, Schmidt-Rottluff, Amiet und Hodler
Zum 100. Todestag von Botho Graef

3. September bis 19. November 2017

Kunstsammlung Jena
Städtische Museen Jena
Markt 7
07743 Jena

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag - 10-17 Uhr
Donnerstag - 15-22 Uhr
Samstag und Sonntag - 11-18 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kunstkalender | 31. August 2017 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2017, 14:50 Uhr

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