Selbstbildnis, 1911, Öl auf leinenstrukturiertem Malkarton, Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel
Alexej von Jawlensky: Selbstbildnis, 1911, Öl auf leinenstrukturiertem Malkarton, Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel. Bildrechte: Martin P. Bühler

Kunstmuseum Moritzburg und Kunstverein Talstraße, Halle | 19.03.-25.06.2017 Religiöse Tiefe in moderner Kunst

Das Kunstmuseum Moritzburg Halle zeigt weltweit erstmalig Werke der bedeutenden Expressionisten Alexej von Jawlensky und Georges Rouault. Beide Künstler setzten sich in ihrer modernen Kunst mit religiösen Fragen auseinander. Parallel dazu widmet sich der Kunstverein Talstraße dem druckgrafischen Schaffen Georges Rouaults.

Selbstbildnis, 1911, Öl auf leinenstrukturiertem Malkarton, Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel
Alexej von Jawlensky: Selbstbildnis, 1911, Öl auf leinenstrukturiertem Malkarton, Stiftung Im Obersteg, Depositum im Kunstmuseum Basel. Bildrechte: Martin P. Bühler

Das Kunstmuseum Moritzburg widmet sich weltweit zum ersten Mal einer Gegenüberstellung der Werke der bedeutenden Expressionisten Alexej von Jawlenskys und Georges Rouaults.

Der russische Maler Alexej von Jawlensky (1864-1941) und der französische Maler und Grafiker Georges Rouault (1871-1958) haben je ihren eigenen Bildkosmos geschaffen. Sie folgten kompromisslos ihren Vorstellungen und suchten dafür eine adäquate Formen- und Farbsprache. Beide waren tief religiöse Menschen und offen für spirituelle Fragen. Sie trachteten danach, mit einem zeitgemäßen Ausdruck zeitlose Inhalte zu vermitteln, und sie rührten dabei mit ihrer Malerei an Grundfragen des Menschseins in der Spanne von Leben und Tod.

Unter dem Titel "Sehen mit geschlossenen Augen" vereint die Schau mehr als 120 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz - darunter teils erstmals gezeigte Arbeiten und selten verliehene Gemälde. Der Fokus beider Künstler liegt auf Figurenbildern, die in ihrem Schaffen eine zentrale Rolle spielen und auffallende Parallelen aufweisen. Einen weitereren Schwerpunkt bildet die Gattung des Stilllebens, das die Lust der Künstler am dekorativen Gestalten bezeugt.

Zweite Ausstellung in der Talstraße

Georges Rouault: "Tête de clown tragique"
Georges Rouault: Tête de clown tragique, 1904, Aquarell, Pastell und Gouache auf Papier, Kunsthaus Zürich, Schenkung Dr. Max Bangerter, Montreux, 1968. Bildrechte: Kunsthaus Zürich

Parallel dazu präsentiert der Kunstverein Talstraße e.V. in seiner Kunsthalle die Ausstellung "Georges Rouault - Die Realität des Lebens". Gezeigt wird ein repräsentativer Überblick über das druckgrafische Schaffen des Künstlers, darunter eines seiner Hauptwerke: der epochale 58-teilige Lithografie-Zyklus "Miserere". Gegen Ende der 1920er Jahre entwickelte Rouault die für ihn charakteristische Impastomalerei, bei der die Farbe in dicken Schichten aufgetragen wird. Dabei wählte er nahezu ausschließlich religiöse Themen. Eine Auswahl dieser Ölmalereien wird neben den druckgrafischen Blättern besondere Akzente setzen.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 03.03.2017 | 10:15 Uhr
Radio | 17.03.2017 | 06:15 Uhr
Radio | 17.03.2017 | 12:10 Uhr

Angaben zu den Ausstellungen | 19. März bis 25. Juni 2017 Alexej von Jawlensky - Georges Rouault: "Sehen mit geschlossenen Augen"
Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Montag bis Dienstag: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Mittwoch: geschlossen

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"Georges Rouault – die Realität des Lebens"
Kunstverein Talstraße e.V.
Talstraße 23
06120 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Freitag: 14 bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 14 bis 18 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2017, 14:26 Uhr

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