Der junge Karl Marx und weitere Personen.
Szene aus dem Film "Der junge Karl Marx" Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Filmstart: "Der junge Karl Marx" "Der verstaubte Charme eines kostümierten Parteilehrjahres"

von Knut Elstermann

Der junge Karl Marx und weitere Personen.
Szene aus dem Film "Der junge Karl Marx" Bildrechte: Neue Visionen Filmverleih

Marx und Engels sind durch den Personenkult im realen Sozialismus, durch zahllose Denkmäler, durch kritiklose Bewunderung und Heiligsprechung zu leblosen Idolen geworden. Der aus Haiti stammende Regisseur Raoul Peck führt in seinem Film die beiden zu einem frühen Zeitpunkt zusammen, als sie noch keine Klassiker waren.

Marx ist zunächst skeptisch, er sieht in Engels den Bürgersohn mit einem schlechten Gewissen und eben keinen Revolutionär. Doch schon bald entsteht eine tiefe Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft, die die Welt verändern sollte. Trotz der wunderbaren Schauspieler August Diehl und Stefan Konarske als Marx und Engels bleibt der Film seltsam uninspiriert und leblos. Die beiden sind keine jungen Rebellen, sondern Kopfgeburten, deren ungeheure Aktualität im Dunkeln bleibt. Formelhaft und erstaunlich konventionell werden die Stationen ihres Kampfes abgearbeitet. Das hat den verstaubten Charme eines kostümierten Parteilehrjahres. Es hätte der Film der Stunde sein können, doch es ist nur ein Werk von vorgestern.

Genre: Historiendrama  
Regie: Raoul Peck  
Darsteller: August Diehl, Stefan Konarske, Vicky Krieps, Olivier Gourmet, Michael Brandner, Alexander Scheer, Hannah Steele, Niels Bruno Schmidt  
Im deutschen Kino ab: 02.03.2017  
Produk tionsjahr: 2016  
Produktionsland: Frankreich/Deutschland/Belgien  
Bewertung: ★ ☆ ☆ ☆ ☆ (1 von 5 Sternen)  

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 02.03.2017 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2017, 12:35 Uhr

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