Filmszene aus
Die Weißhelme erleben die Wirklichkeit des syrischen Bürgerkrieges in all ihrer Brutalität Bildrechte: Rise and Shine Cinema

Filmstart: "Die letzten Männer von Aleppo" "Sehnsucht nach Normalität, nach kleinen, alltäglichen Freuden"

von Knut Elstermann

Filmszene aus
Die Weißhelme erleben die Wirklichkeit des syrischen Bürgerkrieges in all ihrer Brutalität Bildrechte: Rise and Shine Cinema

Die Weißhelme, ausgezeichnet mit dem alternativen Friedensnobelpreis, fahren täglich im belagerten Aleppo aus und versuchen, in den Trümmern der bombardierten Stadt Menschen zu retten. Sie tragen keine Waffen und setzen sich dem Grauen aus, oft müssen sie Kinderleichen bergen, ein furchtbarer Anblick in diesem erschütternden Film, der in unmittelbarer, beklemmender Nähe zu diesen Männern entstand.

Die politischen Debatten, die es um die Weißhelme durchaus gibt, verstummen in diesem Film angesichts des Entsetzens. Gleichzeitig zeigen die Regisseure aber auch die Sehnsucht nach Normalität, nach kleinen, alltäglichen Freuden, etwa wenn Khaled, der Held dieses Dokumentarfilms, sich liebevoll um seine Goldfische kümmert. Khaled, der trotz größter Erschöpfung und Verzweiflung sein Rettungswerk fortsetzte, ist nach den Dreharbeiten von Bomben getötet worden. Der Film setzt auch ihm ein Denkmal.

Genre: Dokumentation  
Regie: Feras Fayyad, Steen Johannessen  
Darsteller: Weißhelme wie Khaled, Mahmoud oder Subhi  
Im dt. Kino ab: 16.03.2017  
Produktionsland: Dänemark, Syrien  
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)  

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 16.03.2017 | 07:40 Uhr

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