Szene aus dem Film
Die Familie des Arztes Seyolo Zantoko hat es nicht leicht in der französischen Provinz des Jahres 1975. Bildrechte: Prokino Filmverleih

Filmstart: "Ein Dorf sieht schwarz" "Wärme, feine Ironie und ansteckender Witz"

von Knut Elstermann

Szene aus dem Film
Die Familie des Arztes Seyolo Zantoko hat es nicht leicht in der französischen Provinz des Jahres 1975. Bildrechte: Prokino Filmverleih

Einen ganz anderen Weg als die Klamotte "Alles unter Kontrolle" geht die Komödie "Ein Dorf sieht schwarz", die ebenfalls aus Frankreich stammt. Mit Wärme, feiner Ironie und ansteckendem Witz wird die wahre Geschichte des später legendären Arztes Seyolo Zantoko (sehr liebenswert: Marc Zinga) aus Kinshasa erzählt. Er blieb 1975 nach seinem Studium in Frankreich, holte Frau und Kinder nach und übernahm eine Praxis in einem winzigen Provinzkaff, wo die Leute aus allen Wolken fallen, weil sie noch nie zuvor einen Schwarzen gesehen haben.

Anrührend tapfer versucht Seyolo, sein leeres Wartezimmer zu füllen, behutsam um Vertrauen werbend, während auch seine Familie im Alltag mit den Vorurteilen kämpfen muss – mit allen Mitteln. Die schöne Komik und die stille, nie plakative Hoffnung des Films ergeben sich aus der Berührung zweier Welten, aus der alle verändert und reicher hervorgehen. Sehenswert übrigens auch die sorgsame 70er-Jahre-Ausstattung, einschließlich scheußlicher Kleidung. Richtig, so etwas trugen wir damals gern ...

Genre: Drama  
Regie: Julien Rambaldi  
Darsteller: Marc Zinga, Aïssa Maïga, Bayron Lebli  
Im dt. Kino ab: 20.04.2017  
Produk tionsjahr: 2016  
Produktionsland: Frankreich  
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)  

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 20.04.2017 | 08:10 Uhr

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