Ein Mann blickt durch eine Autoscheibe
Godehard Giese spielt die Hauptrolle großartig Bildrechte: W-Film/Heimatfilm

Filmstart: "Jetzt nicht" "Jetzt nicht" erzählt von einem Manager, der alles verliert

von Knut Elstermann

Ein Mann blickt durch eine Autoscheibe
Godehard Giese spielt die Hauptrolle großartig Bildrechte: W-Film/Heimatfilm

Von einem Tag auf den anderen stimmt nichts mehr im Leben von Walter. Der 45-jährige Manager wird entlassen, in einem Alter also, in dem ein beruflicher Neuanfang sehr schwierig und der Ruhestand noch zu weit ist. Entwurzelt macht sich Walter auf eine ziellose Reise, die ihn in absurde Situationen bringt, neue Identitäten schafft, ein Spiel eröffnet und vielleicht neue Chancen.

Regisseurin Julia Keller porträtiert mit bestechend genauen Bildern (Kamera: Janis Mazuch) ihren Helden als einen Mann, dem die Arbeit alles war, der außerhalb davon kein Leben hat und nun in ein unendlich tiefes Loch fällt – konfrontiert mit seinem erschütterten und im Grunde unbekannten Selbst. Großartig spielt Godehard Giese diese Figur. Er zeigt, wie es unter der Oberfläche brodelt, wie der Statusverlust, die Angst, die Unsicherheit ihn zerfressen, ohne dass Walter es sich eingestehen möchte. Insofern steht er für eine ganze Schicht, die sich perfekt im Kapitalismus eingerichtet hat und dennoch jederzeit ausgespuckt werden kann.

Genre: Drama  
Regie: Julia Keller  
Darsteller: Godehard Giese, Loretta Pflaum, Tinka Fürst u.a.  
Im deutschen Kino ab: 09.11.2017  
Produktionsland: Deutschland  
Bewertung: ★ ★ ★ ☆ ☆ (3 von 5 Sternen)  

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. November 2017 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2017, 16:10 Uhr

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