Lutz Grumbach vor seinen Werken
Lutz Grumbach vor seinen Werken Bildrechte: Jürgen Domes

Ausstellung im Literaturhaus Halle Literaturhaus zeigt Kunstpreisträger Lutz Grumbach

Gebrauchsgrafiker stellen ihr Schaffen oft in den Dienst eines anderen. Einen besonderen Vertreter der Gattung rückt nun aber der Hallesche Kunstpreis ins Licht: Lutz Grumbach. Er bekam die Auszeichnung am Dienstagabend. Zugleich eröffnete im Literaturhaus Halle eine Ausstellung mit seinen Werken.

Lutz Grumbach vor seinen Werken
Lutz Grumbach vor seinen Werken Bildrechte: Jürgen Domes

Lutz Grumbach gilt als Urgestein der Kunstszene in Halle - seit Dienstag widmet das Literaturhaus ihm eine eigene Ausstellung. Anlass ist der Hallesche Kunstpreis. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm am Dienstag verliehen.

Damit bekam ein Künstler den Preis, der auf dem selten gewürdigten Feld der Gebrauchsgrafik Besonderes geleistet hat: Grumbach gestaltete Plakate, Signets, Kataloge oder Ausstellungen. Einfallsreich und geistvoll nennt die Jury seine Arbeiten vom Plakat bis hin zur kompletten Museumspräsentation. Grumbach habe "die mitteldeutsche Grafiklandschaft weit über Halle hinaus" geprägt.

"Kein Auftragskünstler"

Ulrich Klieber, ehemals Rektor der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, hielt die Laudatio und erklärte, der Preis für Grumbach sei längst überfällig, gerade in unseren schnelllebigen, von Computern dominierten Zeiten, in denen die handgemachte Plakatkunst an Gewicht verloren habe. Grumbachs Werke - etwa sein weltbekanntes Plakat "Brot statt tot" (1984), das vor den Gefahren eines Atomkrieges warnte - zeichneten sich durch eine "starke künstlerische Haltung" aus. Grumbach sei nie ein Auftragskünstler gewesen, sondern habe immer für seine Vorstellungen gekämpft. Seine Werke entstünden in einem langsamen Prozess etwa des Zeichnens und Collagierens oder des Spiels mit der Schrift. Grumbach, der auch ein großer Zeichner sei, stehe in einer Reihe mit Plakatkünstlern wie Walter Funkat, Helmut Brade oder Volker Pfüller. Darüber hinaus habe er sein Können in den Dienst anderer gestellt und Plakate für Tübke, Sitte oder Ludwig Ehrler gestaltet.

Enorme Bandbreite: Vom Plakat bis zur Museumspräsentation

Lutz Grumbach, Plakat zur Ausstellung "Die Europa-Idee von Novalis um 1800 – Antike-Rezeption zwischen Mythos und Utopie" im Novalis Museum Schloss Oberwiederstedt
Plakat zur Ausstellung "Die Europa-Idee von Novalis um 1800" im Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt Bildrechte: Lutz Grumbach

1941 in Leipzig geboren, studierte Grumbach in den 60er-Jahren an der "Burg" in Halle, u.a. bei dem Bauhausschüler Walter Funkat und bei Willi Sitte. Danach begann er, als freiberuflicher Grafik-Designer zu arbeiten. Er gestaltete Flyer, Kataloge, Bücher etwa für das Grassi-Museum in Leipzig, für die Franckeschen Stiftungen in Halle, das Landeskunstmuseum Moritzburg oder die Martin-Luther-Universität. Seine Plakate gelten als Kunstwerke und Sammelobjekte. 200 hat er geschafften, eine Auswahl von 100 kaufte das Land Sachsen-Anhalt gerade an.

Auch seine Arbeiten für das Novalis-Museum auf Schloss Oberwiederstedt, das Grumbach mitbegründete, zeigen die große Bandbreite seines Schaffens. Bis hin zur Buchillustration geht seine Ausstellungsgestaltung hier.

In der Schau im Literaturhaus Halle werden zahlreiche von Grumbachs Arbeiten zu sehen sein. Dazu gehören auch Einladungen, Plakate und Kataloge des Halleschen Kunstvereins, dessen 2. Vorsitzender er "nebenbei" ist.

Blick in die Ausstellung "Schöne Seele oder sogar Gott – Frauen, Liebe und Tod bei Novalis"
Blick in die Ausstellung "Schöne Seele oder sogar Gott – Frauen, Liebe und Tod bei Novalis" auf Schloss Oberwiedestedt Bildrechte: Lutz Grumbach

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kunstkalender | 30. November 2017 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. November 2017, 09:14 Uhr

Mehr zum Thema

Infos zur Ausstellung

Infos zur Ausstellung

Hallescher Kunstpreis 2017 | "Lutz Grumbach - Plakate und Grafikdesign"
Vom 28. November bis 11. Februar 2018
Literaturhaus Halle
Bernburger Straße 8

Ausgelobt von Kunstverein und unterstützt von der Stadt Der Hallesche Kunstpreis ...

Der Hallesche Kunstpreis ...

wird 2017 bereits zum zehnten Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden damit u.a. Maler Willi Sitte, die Schmuck-Gestalterin Beate Eismann, der Bildhauer Bernd Göbel oder der Maler und Textilgestalter Ulrich Reimkasten.

Weitere Ausstellungsempfehlungen