The Wound - zwei Männer
Junge Männer versuchen, ihre Rolle in der Gemeinschaft zu finden Bildrechte: Urucu Media

Filmstart: "The Wound" Packendes Kino zum Thema Coming Out

von Knut Elstermann

The Wound - zwei Männer
Junge Männer versuchen, ihre Rolle in der Gemeinschaft zu finden Bildrechte: Urucu Media

Auf faszinierende Weise verbindet dieser Film Tradition und Moderne, archaische Riten mit dem Erleben heutiger Menschen.

The Wound - junge bemalte Männer
Coming Out vor dem Hintergrund traditioneller Rituale Bildrechte: Urucu Media

Der junge, aufsässige Kwanda wird aus Johannesburg aufs Land geschickt, um dort an einem Beschneidungsritual teilzunehmen, das den Übergang zur Männlichkeit einleitet. In einem entlegenen Ort, zu dem Frauen keinen Zugang haben, bemalt mit weißer Farbe, sollen die jungen Männer sich erholen und gleichzeitig die uralten Verhaltensweisen erlernen. Während der Heilungszeit dieser Wunde lernt er Xolani (wunderbar empfindsam von Nakhane Touré gespielt) kennen, einen schüchternen Jungen, der seine Homosexualität vor der Dorfgemeinschaft verbirgt, bis sie für ihn zu einer großen Gefahr wird.

Der eindrucksvolle Film von John Trengove berührt dieses nicht nur im südlichen Afrika sehr heikle Thema und bietet zugleich packendes Kino: In der Enge einer abgeschlossenen Gemeinschaft, in diesem Labyrinth aus verborgenen Blicken und geheimen Begehren, in der unterdrückten und brodelnden Körperlichkeit erscheint die Wunde der Beschneidung als ein starkes Bild für das Tabu, unter dem die jungen Männer leiden.

Genre: Drama  
Regie: John Trengove  
Darsteller: Mit  Nakhane Touré, Bongile Mantsai, Niza Jay Ncoyini  
Im deutschen Kino ab: 14.09.2017  
Produktionsjahr: 2017  
Produktionsland: Südafrika, Deutschland, Frankreich, Niederlande  
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)  

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. September 2017 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 09:32 Uhr

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