Filmszene aus Mrs. Fang
Ein Filmszene aus der Dokumentation "Mrs. Fang" Bildrechte: dpa

70. Internationales Filmfestival Locarno Goldener Leopard für Dokumentation "Mrs. Fang"

Überraschend verlieh die Jury den Hauptpreis an die Dokumentation von Wang Bing: "Mrs. Fang" beobachtet das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau. Weitere Preise gingen u. a. an Isabelle Huppert.

Filmszene aus Mrs. Fang
Ein Filmszene aus der Dokumentation "Mrs. Fang" Bildrechte: dpa

Der Gewinner des Hauptpreises des 70. Internationalen Filmfestivals steht fest: Der Goldene Leopard geht an die Dokumentation "Mrs. Fang" des chinesischen Regisseurs Wang Bing. Das gab die Jury unter Vorsitz des französischen Regisseurs Olivier Assayas am Samstag bekannt - und überraschte mit ihrer Wahl. Der Film beobachtet das Sterben einer an Alzheimer leidenden alten Frau und wurde von deutschen, französischen und chinesischen Produzenten finanziert.

Viele Überraschungen bei den Preisen

Auch bei den Ehrungen der besten Schauspieler entschied die Wettbewerbsjury an den Erwartungen vorbei. Als Favoriten galten Johanna Wokalek ("Freiheit") und Harry Dean Stanton ("Lucky"). Beste Schauspielerin wurde schließlich die Französin Isabelle Huppert, sie spielt die zickige Lehrerin in "Madame Hyde" (Frankreich/Belgien). Der Däne Elliott Crosset Hove wurde für seine Rolle des gewalttätigen Arbeiters in "Winterbrüder" (Dänemark/Island) ausgezeichnet. Der Preis für den besten Regisseur ging an den Franzosen F.J. Ossang für "9 Finger". Sein surrealer Spielfilm überzeugt sowohl als Parabel auf die bürgerliche Gesellschaft als auch als rätselhafter Thriller.

Isabelle Huppert
Isabelle Huppert Bildrechte: dpa

Mit einem Spezialpreis bedachte die Jury den brasilianisch-französischen Spielfilm "Gute Manieren" (Regie: Juliana Rojas, Marco Dutra). Das Drama erzählt vom Leben einer jungen Frau und ihres angenommenen Sohnes, der sich bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt.

Der begehrte Publikumspreis an einen der Filme aus dem Piazza-Programm ging überraschend an die US-amerikanische Tragikomödie "The Big Sick" von Regisseur Michael Showalter. Ein aus Pakistan stammender Comedien wird darin auf eine große Probe gestellt, als die Frau, die er gegen den Widerstand seiner Familie liebt, aufrgund einer Krankheit ins Koma versetzt wird.

Für den Publikumspreis hatten sich auch die deutschen Beiträge "Iceman" ("Der Mann aus dem Eis") mit Jürgen Vogel und "Drei Zinnen" von Jan Zabeil Chancen ausgerechnet, mussten aber in Locarno leer ausgehen.

Über dieses Thema berichtet MDR Aktuell auch im Radio: Nachrichten | 12.08.2017 | 16:00 Uhr

Dalida singt auf der Bühne. um sie ist alles dunkel.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2017, 09:57 Uhr