George A. Romero
Er galt als Altmeister des Zombie-Films: der US-amerikanische Filmregisseur George A. Romero. Bildrechte: dpa

Trauer um Grusel-Regisseur Zombie-Meister George A. Romero ist tot

Das Zombie-Genre wurde von ihm zum Leben erweckt: Mit dem Horrorfilm "Die Nacht der lebenden Toten" schuf George A. Romero einen Kultklassiker. Nun ist der Gruselmeister im Alter von 77 Jahren gestorben.

George A. Romero
Er galt als Altmeister des Zombie-Films: der US-amerikanische Filmregisseur George A. Romero. Bildrechte: dpa

Der US-amerikanische Horrorfilm-Regisseur George A. Romero ist tot. Wie sein Manager Chris Roe mitteilte, ist der Regisseur und Drehbuchautor am Sonntag im Alter von 77 Jahren "friedlich" im Schlaf gestorben. Der Mitteilung zufolge litt Romero an Lungenkrebs. Im Sterbebett habe er die Musik von seinem Lieblingsfilm "The Quiet Man" ("Der Sieger") gehört – kein Gruselfilm, sondern eine Romanze aus den fünfziger Jahren mit John Wayne und Maureen O’Hara.

Filmemacher Romero galt als Vater der Zombie-Filme. Er vergoss literweise Kunstblut und schockte eine ganze Generation von Kinogängern. Sein Regiedebüt, "Die Nacht der lebenden Toten", mittlerweile fast 50 Jahre alt, ist der Untoten-Klassiker schlechthin. 1968 lieferten die schlurfenden, stöhnenden Zombies, die ihre Opfer gnadenlos zerfleischten, den Startschuss für Romeros Hollywood-Karriere.

Altmeister des Gruselfilms

Romero drehte ein Dutzend Horrorfilme, darunter fünf Zombie-Fortsetzungen wie "Land oft he Dead", "Diary of the Dead" und 2009 sein letztes Regiewerk "Survival of the Dead". Letzteren Film stellte Romero beim Filmfest in Venedig vor.

Der Altmeister des Gruselfilms brachte auch den Siebziger-Jahre-Schocker "Crazies" auf die Leinwand. Darin ließ er über einer amerikanischen Kleinstadt ein Militärflugzeug mit Giftstoffen abstürzen, die ins Trinkwasser gelangen. Der Film erzählt die Geschichte, wie die Bewohner sterben – oder verrückt werden.

1983 schlug Romero in dem Episodenfilm "Die unheimlich verrückte Geisterstunde" gleich mit mehreren Horror-Szenarien zu. In "Mondgestein" wächst Grünzeug aus einem Meteor in alles hinein und aus allem heraus  und legt so einen tödlichen Teppich über die Erde. In "Insektenspray" spielen zigtausende Küchenschaben in diversen Größen die Hauptrolle. Ein gehässiger, von einer Insektenphobie geplagter Millionär "ertrinkt" nach der Schlacht mit den Kakerlaken in Fühlern und Flügeln.

Kein Film so genial wie Regiedebüt

Doch keiner von Romeros späteren Filmen kommt an die Genialität seines Regiedebüts heran. "Die Nacht der lebenden Toten", in Schwarzweiß gedreht, kam mit einem Billigbudget von 114.000 Dollar zustande, als Filmblut diente verdünnter Schokoladensirup. Am Ende spielte der Kultklassiker 30 Millionen Dollar ein. Die Story ist einfach: Seelenlose, hungrige Leichen steigen aus ihren Gräbern. Auf der Flucht vor den Untoten haben sich mehrere Menschen in einem Landhaus verschanzt. Das unappetitliche Grauen beginnt.

Auch war Romero stets eine gesellschaftliche Botschaft in seinen Filmen wichtig. Zum Beispiel gab er dem schwarzen Schauspieler Duane Jones in "Die Nacht der lebenden Toten" (1968) eine Hauptrolle. Jones war damit der erste afroamerikanische Hauptdarsteller in einem Horrorfilm, der nicht wegen seiner Hautfarbe ausgewählt wurde. Auch habe Romero seine Zombies immer für Satire oder als politische Kritik eingesetzt, zitierte die "Los Angeles Times" den Genre-Meister.  

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Kultur Kompakt - Kulturnachrichten | 17.07.2017 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2017, 20:34 Uhr

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