Liu Xia, 2010
Liu Xia Bildrechte: IMAGO

Witwe von Liu Xiaobo Liu Xia wird PEN-Ehrenmitglied

Liu Xia, 2010
Liu Xia Bildrechte: IMAGO

Die Witwe des Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, Liu Xia, wird Ehrenmitglied der Schriftstellervereinigung PEN. Das gab das PEN-Zentrum am Freitag in Darmstadt bekannt. Die chinesische Künstlerin und Lyrikerin wird damit für ihre künstlerische Arbeit und ihre Rebellion gegen die Unterdrückung der Meinungsfreiheit gewürdigt. Im Juli starb ihr Ehemann, der Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo.

Videostandbild von 2008 zeigt den chinesischen Nobelpreisträger, Liu Xiaobo, bei einem Interview vor seiner Verhaftung
Liu Xiaobo starb am 13. Juli 2017. Bildrechte: dpa

In den 80er-Jahren gehörte Liu Xia zur Kulturszene von Peking. Als die Menschenrechtsbewegung 1989 nieder geschlagen wurde, geriet sie - und auch ihr späterer Ehemann Liu Xiaobo - ins Visier der chinesischen Sicherheitsorgane. Seit 2010 steht die inzwischen 56-jährige Dichterin, Malerin und Fotografin unter Hausarrest - auch nach dem Tod ihres Mannes Mitte Juli wird sie laut PEN-Zentrum streng überwacht. Liu Xiaobo starb am 13. Juli im Alter von 61 Jahren. Die chinesischen Behörden gerieten vor dem Tod des Dissidenten international unter Druck, weil sie dem schwer an Leberkrebs erkrankten Xiaobo eine Behandlung im Ausland verwehrten. Deutschland, die USA und viele andere Staaten fordern seitdem eine Ausreiseerlaubnis für Liu Xia.

Über das PEN-Zentrum

Das PEN-Zentrum Deutschland ist eine der weltweit mehr als 140 Schriftstellervereinigungen, die bei PEN International vereint sind. Mehr als 25.000 Schriftsteller gehören der Schriftstellervereinigung PEN an, unter ihnen Mario Vargas Llosa, Salman Rushdie, Botho Strauß. Die Abkürzung steht für Poets, Essayists, Novelists ( Dichter, Essayisten, Romanautoren ). 1921 in England als literarischer Freundeskreis gegründet, breitete sich PEN bald über den Globus aus. Mitglied werden kann nur, wer wegen seiner besonderen schriftstellerischen Leistung gewählt wird und sich zu den Grundsätzen der PEN-Charta bekennt. Das PEN-Zentrum versteht sich als Anwalt des freien Worts und setzt sich für verfolgte und unterdrückte Schriftsteller ein. Das deutsche Zentrum mit Sitz in Darmstadt ist nach eigenen Angaben eine von 140 PEN-Vereinigungen weltweit. Es vergibt jährlich den mit 10.000 Euro dotierten Hermann-Kesten-Preis für besondere Verdienste um verfolgte Autoren.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: KULTUR Kompakt | 11.08.2017 | ab 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2017, 15:26 Uhr