Magic City Leon Keer Livepainting
Leon Keers 3D-Malerei in Dresden. Bildrechte: Frank Embacher

Street-Art-Festival "Magic City" | Dresden | 1.10.16 - 8.1.17 Kunst von der Straße

In Dresden ist eine neue Stadt entstanden: Die "Magic City". Street-Art-Künstler aus aller Welt sind in Sachsens Hauptstadt gereist, um dort Graffiti, Wandgemälde, Skulpturen, Installationen und sogenannte 3D-Bilder zu erschaffen.

Magic City Leon Keer Livepainting
Leon Keers 3D-Malerei in Dresden. Bildrechte: Frank Embacher

Auf der Straße hat Leon Kerr schon mal angefangen. Mit Kreide hat der niederländische Künstler eine Skizze gezeichnet, dann mit Farbe gefüllt. Entstanden sind drei gemalte Porzellanfiguren, die aussehen, als stünden sie dreidimensional auf der Straße. Ein erster Einblick in die Magie, die die Ausstellung "Magic City"  nach Dresden bringen will.

1.400 Spraydosen wurden geordert, rund 1.600 Quadratmeter Wandfläche galt es zu gestalten. Eine 2500 Quadratmeter große Modell-Stadt in der Zeitenströmung – einem früheren Fabrikgelände – steht als Leinwand für Ideen und Visionen  von 40 "Street Artists" zur Verfügung. Die Kunst der Straße wird hier also in einer Ausstellung  präsentiert. Allerdings haben die Künstler ihre Werke nicht aus aller Welt mitgebracht, sondern sie in den letzten Tagen in Dresden selbst angefertigt.

"Urbanes Museum der Imagination"

Es ist die erste Ausstellung weltweit, die Street Art als Gesamtkunstwerk wichtiger Zeitgenossen an einem Ort konzentriert erlebbar macht, um einem breiten Publikum zu zeigen, wie künstlerisch Street Art sein kann. Einige der besten internationalen Street-Art-Künstler haben speziell für diese "Magic City" gemalt, gesprüht, geritzt, geklebt oder sogar gestrickt.

Mit unterschiedlicher Stil- und Ausdrucksformen widmen sie sich dem Thema Stadt und inszenieren den öffentlichen Raum als Sammelplatz unerwarteter Begegnungen. Die "Magic City" soll so zu einem "urbanen Museum der Imagination" werden.

Wir hoffen, dass diese 'wilde Mischung' eine Art von Ausstellung ermöglicht, bei der jeder etwas für sich findet. Städte wurden entworfen, um Arbeitsprozesse zu rationalisieren; Künstler aber haben sie in einen Spielplatz der Fantasie und Ideen verwandelt. Das ist die Einladung, die uns Freunde und Fremde mit ihrer ruhelosen Energie vor dem Fenster zurufen: Komm raus und lass uns spielen.

Carlo McCormick, Kurator von Magic City

Weltenbummler und Chamäleons

Mit dabei sind internationale Größen wie der Weltenbummler ROA, das sozialkritische Künstlerduo Icy & Sot, die Provokateurin Lady Aiko, der oben erwähnte Meister der anamorphen Kunst Leon Keer, die Street-Art-Kultfotografin Martha Cooper, der Upcycling-Künstler Bordalo II, der Popkultur-Jammer Ron English und der legendäre New Yorker Train-Graffiti-Künstler DAZE, der Ägyptische Aktivist und von der New York Times als Chamäleon betitelte Ganzeer.

Street-Art-Ausstellung in Dresden Wie die "Magic City" entsteht

Street-Art-Künstler aus aller Welt erschaffen in Dresden die "Magic City" mit Graffiti, Wandgemälden, Skulpturen, Installationen und 3D-Bildern.

Eine weiße Telefonzelle und ein weißes Fahrrad sind Bestandteile der Ausstellung
Neben Leinwänden werden in der Magic City auch Gebrauchsgegenstände kreativ gestaltet. Bildrechte: Frank Embacher
Eine weiße Telefonzelle und ein weißes Fahrrad sind Bestandteile der Ausstellung
Neben Leinwänden werden in der Magic City auch Gebrauchsgegenstände kreativ gestaltet. Bildrechte: Frank Embacher
Die vier italienischen Künstler und Designer von Truly stellen bei ihrer Kunstform in der Ausstellung alles optisch verdreht dar
Die italienischen Künstler und Designer von Truly stellen bei ihrer Kunstform alles optisch verdreht dar. Sie begannen in den späten 1990er-Jahren in Zugdepots, in leer stehenden Fabriken und in städtischen Randbezirken von Turin. Bildrechte: Rainer Kurzeder
Die handwerklich begabte Polin Olek häkelt ihre beißende Kritik in grellbuntem Garn – ihr Opfer in der Magic City: ein Karussell
Die handwerklich begabte Polin Olek häkelt ihre beißende Kritik gegen repressive Gesetze in grellbuntem Garn – ihr Opfer in der "Magic City": ein Karussell. Bildrechte: Rainer Kurzeder
Der Niederländer Leon Keer beeindruckt in der Magic City mit seiner 3D-Illusionskunst
Der Niederländer Leon Keer zeigt in der Magic City seine 3D-Illusionskunst. Er kam zur Malerei, als er während seiner Tätigkeit als Designer große Werbe-Wandgemälde für internationale Konzerne wie Coca-Cola, Heineken und Absolut produzierte. Bildrechte: Rainer Kurzeder
Für das Künstlerduo Herakut stand Magic City-Künstler Ernest
Für das Künstlerduo Herakut stand "Magic City"-Künstler Ernest "ZACH“ Zacharevi Porträt. Ihr Hauptanliegen ist es, vernachlässigte Kommunen zu verschönern und Kinder in Workshops einzubeziehen. Bildrechte: Rainer Kurzeder
Ben Heine, ein Künstler aus Brüssel, ist ein Meister in seinem Fach
Ben Heine, ein Künstler aus Brüssel, hat sich mit verschiedenen Konzepten einen Namen gemacht, darunter "Pencil versus Camera","Flesh and Acrylic" und "Digital Circlism". Bildrechte: Rainer Kurzeder
Das Dresdner Magic City-Künstler Trio (von links Andy K, Benuz und Jeny Besser)
Drei Künstler in der "Magic City" kommen direkt aus Dresden: Andy K, Benuz und Jeny Besser (von links). Bildrechte: Frank Embacher
Andy K ist einer der Dresdner Künstler und zugleich erfolgreicher DJ
Andy K ist einer der Dresdner Künstler und zugleich erfolgreicher DJ. Er gründete die Street-Art-Crew Optical Junkfood und initiiert das Dresdener Urban-Art-Festival LackStreicheKleber. Bildrechte: Frank Embacher
Lady Aiko kommt aus Japan und ist Expertin der Provokation, welche sie über Paste-Ups und Stencils ausdrückt
Lady Aiko kommt aus Japan und ist Expertin der Provokation, welche sie über Paste-Ups und Stencils ausdrückt. Bildrechte: Rainer Kurzeder
Qi Xinghua, Rekordhalter in Hinsicht auf überdimensionale Gemälde
Qi Xinghua hat vier Guinness-Weltrekorde aufgestell: Zweimal für das größte 3D-Gemälde der Welt und zweimal für das längste. Seine Werke wurden unter anderem bei den Olympischen Spielen in Beijing ausgestellt. Bildrechte: Frank Embacher
Farben, Spraydosen und eine Skizze
Blick auf den Arbeitstisch: Was man alles braucht. 1.400 Spraydosen wurden für die "Magic City" bestellt. Bildrechte: Frank Embacher
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Neben ihren  Kunstwerken gibt es in der "Magic City" ein Filmprogramm mit Einblicken in die Street Art von Brooklyn, zudem Führungen, Lesungen, Vorträge und Workshops zum Mitmachen. "Magic City" kommt von dem Machern von "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze", mit über sechs Millionen Besuchern weltweit, davon 150.000 allein in Dresden.

Die Ausstellung feiert am 1. Oktober 2016 im Kulturquartier Zeitenströmung in Dresden (Königsbrücker Straße) Weltpremiere und ist bis 8. Januar täglich (außer montags) geöffnet. Anschließend tourt sie nach München.  

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2016, 13:56 Uhr

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