Kultur kompakt - Kulturnachrichten um 7:30 Uhr


Bekanntgabe Nominierungen Deutscher Radiopreis

Ein Hörfunkfeature von MDR KULTUR ist für den Deutschen Radiopreis nominiert. In "Gedoptes Gold" begibt sich die Dokumentaristin Susann Krieger auf die Suche nach ihrer Halb-Schwester Heidi. Heidi trainierte als DDR-Spitzensportlerin im Kugelstoßen. Heute gibt es Heidi nicht mehr. Sie hat sich entschieden, als Mann weiterzuleben, ließ sich Anfang der neunziger Jahre operieren und heißt jetzt Andreas. Das Feature können Sie derzeit auf mdrkultur.de nachören. Der Deutsche Radiopreis wird am 7. September vergeben. ---


Paulinum kann heute besichtigt werden

Der Bau zum Gedenken an die 1968 gesprengte Leipziger Universitätskirche St. Pauli ist seit heute für die Öffentlichkeit zugängig. Das ambitionierte Gebäude des Holländischen Architekten Erick van Eggeraat erlebte gestern seine Bauabschlussfeier. Das Paulinum, das Kirche und Aula der Universität zugleich sein soll, wurde doppelt so teuer wie geplant und erst mit achtjähriger Verspätung fertig. Trotzdem habe man Grund zu feiern, sagt der sächsische Finanzminister und obersten Bauherr Georg Unland bei MDR Kultur. Das Paulinum kann heute von 14 bis 18 Uhr schon einmal besichtigt werden.


Michael Triegel bezeichnet Gerhard Richters Entwürfe als "vage"

Der Maler Gerhard Richter gilt ja als einer der wichtigsten deutschen Künstler der Gegenwart - einhellig bewundert und verehrt. Nun aber hat der Leipziger Maler Michael Triegel das von Gerhard Richter gestaltete Südquerhausfenster im Kölner Dom als vage kritisiert. "Gerhard Richter ist als Künstler so bedeutend für unsere Zeit, weil er ihr genau das gibt, was sie beansprucht: sich nicht festlegen zu müssen, im Vagen bleiben zu können. Im Raum der Kirche allerdings mag das zu wenig sein", sagte Triegel dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Ausgabe von heute). Zur Einweihung des Fensters vor genau zehn Jahren hatte auch der verstorbene Kölner Kardinal sein Missfallen ausgedrückt und gesagt, Richters Werk mit seinen Farbpixeln passte genauso gut in eine Moschee. Dass figürliche Alternativen zu Richters Entwurf vom Kölner Domkapitel verworfen wurden, bezeichnete Triegel als "vorschnelle Kapitulation vor dem Auftrag". Aus lauter Angst vor der Gegenständlichkeit sei die einst von Dogmen befreiende und befreite Abstraktion "selbst zu einem Dogma geworden".


Sprachgeschichte: 400 Jahre Fruchtbringende Gesellschaft

Das wir heute kein Kauderwelsch aus Latein, Italienisch und verschiedensten Deutsch-Varianten sprechen und schreiben, das verdanken wir u. a. ihr: der Fruchtbringenden Gesellschaft. Heute vor 400 Jahren wurde die älteste deutsche Sprachakademie in Weimar gegründet. Ihr Ziel war, die gesellige Kommunikation zu fördern. Ihr entscheidender Beitrag für die deutsche Sprachgeschichte: In einem gesamteuropäischen Prozess hat sie für Deutschland eine hochsprachliche Volkssprache entwickelt. Heute hat allerdings kaum noch jemand von der Fruchtbringenden Gesellschaft gehört. Andreas Herz arbeitet die Quellen der Fruchtbringenden Gesellschaft für die Sächsische Akademie der Wissenschaften auf. Bei MDR KULTUR sagte er: "V erbunden wird die Fruchtbringende Gesellschaft immer noch mit ihrer Spracharbeit. Und ich glaube, diese Spracharbeit wirkt bis heute nach. Sie ist aus der Geschichte der Sprache und der Kultur hier in Deutschland nicht wegzudenken. Die Arbeit der Fruchtbringer an der Sprache hat dazu geführt, dass das Deutsche, also die Volkssprache gesellschaftsfähig, literaturfähig, wissenschaftsfähig wurde. Aber auch hochwertig, differenziert." Die deutsche Sprache verdankt der Fruchtbringenden Gesellschaft Worte wie "Fernglas", "Jahrhundert" oder "Leidenschaft", und auch die europaweit einzigartige Großschreibung von Substantiven geht auf sie zurück. Die Intentionen der Akademie führt seit zehn Jahren die Neue Fruchtbringende Gesellschaft in Köthen in Sachsen-Anhalt weiter.


Deutsche Vorauswahl für Oscar-Nominierungen

Der deutsche Film, der im Wettbewerb um den Auslands-Oscar ins Rennen geht, wird heute ( 11.00 Uhr ) in München bekanntgegeben. Elf Filme sind in der engeren Auswahl - darunter die Flüchtlingskomödie «Willkommen bei den Hartmanns» von Regisseur Simon Verhoeven und das NSU-Drama «Aus dem Nichts» von Fatih Akin. Eine unabhängige Fachjury soll einen Film aussuchen. Wie German Films, die Auslandsvertretung des Deutschen Films, mitteilte, sind unter den Bewerbern auch «In Zeiten des abnehmenden Lichts» von Matti Geschonnek, «Paula» von Christian Schwochow, , «Die Blumen von gestern» von Chris Kraus sowie Sven Taddickens «Gleißendes Glück», oder das Drama «Western» von Valeska Grisebach. Der deutsche Kandidat ist aber nicht gleich für den Oscar nominiert. Über die Nominierungen in der Kategorie Auslands-Oscar wird letztlich in Hollywood entschieden.

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2017, 07:59 Uhr

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