Kultur kompakt - Kulturnachrichten um 17:30 Uhr


Soziologe Yendell: Rechtsextremismus-Studie in Ostdeutschland korrekt

Die umstrittene Studie über Rechtsextremismus in Ostdeutschland der Uni Göttingen ist wissenschaftlich korrekt. So befindet der Sozialwissenschaftler Alexander Yendell vom Kompetenzzentrum für Demokratieforschung und Rechtsextremismus in Leipzig. Er reagiert damit auf eine Anschuldigung der Zeitung "Die Welt", die behauptet hatte, dass Teile der Studie gefälscht seien. Die Wissenschaftler aus Göttingen hätten Interviewpartner erfunden. Die Göttinger wiederum konterten: Sie hätten diesen lediglich andere Namen gegeben. Eine gängige Praxis, befindet der Soziologe Alexander Yendell von der Uni Leipzig. Es sei eine Unverschämtheit, zu behaupten, sie hätten Gesprächspartner erfunden, so wie das in der Zeitung "Die Welt" getan würde. Die Studie hätte an einigen Stellen besser sein können. Man hätte zum Beispiel nicht nur diese drei Städte, in denen es vermehrt zu rechtsextremistischen Einstellungen und Verhaltensweisen kommt, sondern auch Kontraststädte mit einbeziehen können. Von einer representativen Studie könne man nicht sprechen. Aber so hätten das die Göttinger Kollegen auch nicht verkauft.


Lesung "Unter Sachsen" beim Literaturfest Meißen in der Schwebe

Die Lesung des Buchs "Unter Sachsen" beim Meißner Literaturfest steht nun doch in Frage. Das teilte Organisator Daniel Bahrmann MDR KULTUR mit. In dem Buch werfen knapp 30 Autoren einen kritischen Blick auf den Freistaat. Thematisiert werden unter anderem der NSU, Pegida und AfD. CDU-Stadtrat Jörg Schlechte reagierte auf die Ankündigung der Lesung auf seiner privaten Facebook-Seite. Er bezeichnete das Buch als "Dreck". AfD-Politiker nannten es linke Propaganda. Bisher hat sich das Organisations-Team davon nicht beirren lassen. Nun soll aber doch am Montag besprochen werden, ob die Lesung im Rathaus stattfinden kann. Daniel Bahrmann, Bürgermeister Markus Renner und Hauptamtsleiter Markus Banowski klären dann, ob dort überhaupt politische Lesungen veranstaltet werden dürfen.


Mehr Geld für die Digitalisierung der Archäologie in Sachsen-Anhalt

Mehr Geld für die Digitalisierung der Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt. Das Land und das Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie unterzeichneten heute das Projekt "Digital Heritage". In den nächsten 2 Jahren werden 1,6 Millionen Euro fließen, um 35 Millionen Archivalien, die in Halle lagern, digital zu erfassen.


Einmalige Fotos von Rudolf Stich zur Geschichte der Gartenstadt Hellerau

Immer wieder gibt es Glücksfälle. Ein solcher ist der zufällige Fund von fast 200 Fotografien auf Glasplatten und 70 Negativen auf Kunststoff auf einem Dachboden in Ingelheim. Sie gehörten Rudolf Stich. Der war Fotograf der königlich sächsischen Armee. Fotografiert hat er 1906 bis 1920 nicht nur die Begrüßung des Luftschiffs Viktoria Luise auf dem Flugfeld von Dresden Klotzsche, sondern vor allem die entstehende Siedlung Hellerau mit den berühmten Deutschen Werkstätten. Jetzt wird zum ersten Mal ein Teil der wertvollen Glasplatten und Fotos in der Werkstätten-Galerie ausgestellt. Die Ausstellung mit dem Titel „Stich-Punkt-Hellerau" wird heute Abend eröffnet. Wolfgang Gröger vom Hellerauer Bürgerverein begeistern vor allem die ausgedruckten Fotos und er hofft, dass die Deutsche Fotothek das Erbe gut verwalten wird.


Uwe Tellkamp bekommt in Dresden Kulturpreis Deutscher Freimaurer

Der Schriftsteller Uwe Tellkamp wird morgen in Dresden mit dem Kulturpreis Deutscher Freimaurer ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er von der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Die Wahl fiel auf Tellkamp, weil er in einer symbolischen, gleichnishaften Erzählweise die Bedeutung der aufklärerischen Werte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität zeige.


Kinostart: "Hanni und Nanni" mit halleschen Zwillingen in den Hauptrollen

Ab morgen im Kino: die vierte Verfilmung von "Hanni und Nanni". Das Internatsabenteuer der zwei Mädchen ist ein Dauerbrenner, als Buch seit den 1940er Jahren und dem ersten Film von 2010. Den vierten verantwortet die junge Regisseurin Isabel Šuba. Sie verspricht die verstaubten Rollenmuster aufzubrechen. Bei der Besetzung der Hauptrollen ist das schon mal gelungen- Hanni und Nanni spielen die Hallenser Zwillinge Rosa und Laila Meinecke. Die sind aufgeweckt, neugierig und für jeden Quatsch zu haben. Schließlich waren sie vor ihrer Filmkarriere Kinderreporter bei Figarino, dem Radio für Jungs und Mädchen auf MDR KULTUR.

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2017, 17:59 Uhr

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