Joachim Klement
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Staatsschauspiel Dresden stellt Programm vor Neu-Intendant Klement will "Haltung zeigen"

Joachim Klement
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Das Dresdner Staatsschauspiel hat für die erste Spielzeit seines neuen Intendanten Joachim Klement 26 Premieren angekündigt, darunter zehn Uraufführungen. Das gab das Theater am Freitag auf einer Pressekonferenz bekannt.

Klement sagte, er wolle Theater an der Elbe als "soziales Labor" betreiben. Theater sei ein wesentlicher Freiraum der Demokratie und habe die Aufgabe, ideologiefrei durchzuspielen, "was die Welt im Innersten zusammenhält", sagte er am Freitag in Dresden. Theater müsse die Welt größer zeigen, als man sie vermutet.

Das Theater sei eine tolle Möglichkeit, dem Hass etwas entgegen zu setzen, sagte Klement bei MDR KULTUR. Mit den Aufführungen will Klement in politische Diskurse hineinwirken.

Vielfalt ist ein Thema, das ich ausgesprochen wichtig finde, weil wir in Zeiten leben, die sich rasant verändern. (…) Es ist immer wichtig Haltung zu zeigen, in Dresden und auch anderswo.

Joachim Klement

Klement war zuvor Chef des Staatstheaters Braunschweig gewesen. Von dort bringt er sieben Schauspieler mit nach Dresden. Das große Auftakt-Wochenende der Spielzeit ist das Wochenende der Bundestagswahl. Die Gruppe Rimini Protokoll thematisiert in einem selbst recherchierten Thema den Einfluss des Internets auf unser Wahlverhalten. Regisseur Volker Lösch erkundet in einem selbstgeschriebenen Stück den Homo Politicus und betreibt Demokratieschule.

Was danach in der Spielzeit folgt, ist ein sehr gut sortierter und klug zusammengestellter Gemischtwarenladen. Die Sache sieht unter dem Strich durchaus vielversprechend aus.

Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Theaterredakteur

Mit dabei im folgenden Programm: Sebastian Hartmann (2008-2013 Intendant am Schauspiel Leipzig), der einen Dostojewski-Roman auf die Bühne bringt und Rainald Grebe, der sich mit dem Dresdner Zirkus Sarrasani auf die Suche nach nach Artisten, Raubtieren und dem verlorenen Zirkus macht. Im November folgt ein europäisches Festival für Junge Regie. Insgesamt finden sich wenig Klassiker im Programm. Nur je ein Stück von Schiller, Brecht, Ibsen, Schnitzler, Miller, Ionesco und Lessing tauchen neben den modernen Stücken auf - Akzente liegen auch auf Uraufführungen und Eigenentwicklungen.

Um Dingen zu begegnen, die einen überraschen, die man noch nicht kennt, die einem die Möglichkeit geben eine neue Perspektive einzunehmen und die einen trotzdem ermutigen, dafür braucht man sowohl alte als auch zeitgenössische Stoffe.

Joachim Klement

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im ... Radio | 21.04.2017 | 13:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2017, 14:58 Uhr

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