Neun "Goldene Reiter" sind beim Filmfest Dresden vergeben worden Bildrechte: dpa

Die Preisträger des Filmfests Dresden Goldene Reiter vergeben

Neun "Goldene Reiter" sind beim Filmfest Dresden vergeben worden Bildrechte: dpa

In Dresden sind am Samstag die Preise des diesjährigen Animations- und Kurzfilmfestivals "Filmfests Dresden" vergeben worden. Das gaben die Veranstalter auf ihrer Website bekannt.

"Cipka" räumt ab

Animationsfilm
Im Animationsfilm "Cipka" nähert sich eine Frau ihrem Körper Bildrechte: Filmfest Dresden/Renata Gasiorowska

Im Internationalen Wettbewerb hat die polnische Regisseurin Renata Gasiorowska mit ihrem Animationsfilm "Cipka" ("Pussy") gleich mehrere Preise abgeräumt. Der Streifen wurde mit dem Goldenen Reiter in der Kategorie Animationsfilm International sowie mit dem Arte-Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Die Jury lobte am Samstag den originellen grafischen Stil und die anmutig fließende Animationstechnik des Films, in dem sich eine Frau ihrem Körper nähert.

Gesellschaftliche Tabus sollten thematisiert und mit einem Lachen begegnet werden.

Aus der Jurybegründung zur Preisvergabe an "Cipka"

Für "Painting with History in a Room Filled with People with Funny Names 3" bekam Korakrit Arunanondchai aus Thailand den Goldenen Reiter in der Kategorie Kurzfilm International. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der freien und chaotischen Kraft des Films, der dem "Expanded Cinema" zuzuordnen ist.

Der mutige Künstler dahinter verschwendet keine Zeit auf Etiketten und Konventionen.

Aus der Jurybegründung zur Preisvergabe an "Painting with History in a Room Filled with People with Funny Names 3"

Die Jugendjury vergab ihren Preis an den kroatischen Film "Planemo" von Veljko Popović. Die stimmungsvolle Komposition aus 3D-Animationen und realen Aufnahmen lasse den Zuschauer über starke Metaphern in die außergewöhnliche Situation des Protagonisten eintauchen, hieß es in der Jurybegründung.

Die Preisträger aus Deutschland

Animationsfilm
Der Film "Ein Aus Weg" vermischt Animation und dokumentarischen Bericht Bildrechte: Filmfest Dresden/Simon Steinhorst, Hannah Stragholz

Im Nationalen Wettbewerb waren der deutsche Animationsfilm "Ein Aus Weg" und der deutsche Kurzfilm "Ela - Szkice na Pozegnanie" ("Ela - Sketches on a Departure") die Gewinner der mit je 3.000 Euro dotierten Reiter. Die Jury beschrieb den Kurzfilm "Ela" als bewegend und bedeutungsvoll, ohne aufdringlich zu sein. Auch bei "Ein Aus Weg" lobte die Jury die Nähe des Animationsfilms.

Die Kombination aus Animation und dokumentarischem Bericht aus dem Gefängnis entfaltet sich zu einer eindrucksvollen Form.

Aus der Jurybegründung zur Preisvergabe an "Ein Aus Weg"

Die Jugendjury ehrte "Un état d'urgence" ("State of Emergency") mit einem der Goldenen Reiter. Der vom MDR gestiftete Publikumspreis im Nationalen Wettbewerb ging an "GABI" von Michael Fetter Nathansky.

Höchstdotierter Preis geht an Deutsch-Rumänische Produktion

Über den DEFA Förderpreis Animation konnte sich Rebecca Blöcher mit ihrem Film "Zu Zahm!" freuen. Der mit 20.000 Euro ausgelobte Filmförderpreis der Kunstministerin ging an die deutsch-rumänische Produktion "Prima Noapte" ("First Night") von Andrei Tanase.

Der Regisseur zeigt einfühlsam die Zerbrechlichkeit der männlichen Identität im Reifungsprozess.

Aus der Jurybegründung zur Preisvergabe an "Prima Noapte"

Insgesamt wurden neun Goldene Reiter und vier Sonderpreise vergeben. Mit einem Preisgeld von insgesamt 66.000 Euro zählt das Filmfest Dresden zu den höchstdotierten Festivals seiner Art in Europa. Im Wettbewerb standen 63 Animations- und Kurzspielfilme aus 25 Ländern.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: 4. April 2017 | 08:40 Uhr
6. April 2017 | 18:05 Uhr | MDR KULTUR Spezial

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2017, 11:18 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR