Ein Kameramann filmt am 24.07.2003 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin das Gemälde «Die Ausgezeichnete» von dem DDR-Künstler Wolfgang Mattheuer.
Eine der Ikonen der DDR-Kunst: "Die Ausgezeichnete" von Wolfgang Mattheuer Bildrechte: dpa

artour | MDR FERNSEHEN | 09.11.2017 | 22:05 Uhr Bilderstreit in Dresden

+++ Über den Umgang mit der DDR-Kunst +++ Marlene Dietrichs unbekannte Schwester +++ Wieder unterwegs: Die "Toten Hosen" +++ Ghobadis Film über Flüchtlingskinder: "Life On The Border" +++ Kulturkalender +++

Ein Kameramann filmt am 24.07.2003 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin das Gemälde «Die Ausgezeichnete» von dem DDR-Künstler Wolfgang Mattheuer.
Eine der Ikonen der DDR-Kunst: "Die Ausgezeichnete" von Wolfgang Mattheuer Bildrechte: dpa

DDR-Kunst im Depot oder im Museum?

Albertinum Dresden, Blick von der Brühlschen Terrasse.
Albertinum Dresden, Blick von der Brühlschen Terrasse. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/David Brandt

In Dresden ist ein Bilderstreit entbrannt. Nunmehr 27 Jahre nach der Wende geht es darum, wie viel DDR-Kunst in den Staatlichen Kunstsammlungen, im Albertinum, hängen sollte, ob sie - nicht nur dort - ausreichend gewürdigt wird - und was überhaupt "DDR-Kunst" ist. Die Chefin des Albertinums, Hilke Wagner, musste in den letzten Wochen regelrechte Hasstiraden über sich ergehen lassen - in Anrufen, Mails und Briefen, die sie von Dresdnern bekam, die nicht verstehen können, warum ihre "Lieblinge" ins Depot verbannt wurden. Sie unterstellen ihr persönlich, diesen Teil der Kunstgeschichte bewusst zu ignorieren.

Am Montag gab es den Versuch, darüber zu diskutieren - mit einer öffentlichen Tafelrunde im Albertinum, in der Experten, Kritiker, Politiker und Dresdner ihre Postionen darlegen sollten. Worum geht es also in Dresden - um die Kunst oder eigentlich um das Aufbegehren gegen den "kulturellen Kolonialismus" der letzten 27 Jahre, wie einer der Beobachter meinte? "artour" über den Bilderstreit.

Autorin: Anett Friedrich

Ausstellung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Marlene Dietrichs unbekannte Schwester: "Fesche Lola, brave Liesel"

Marlene Dietrich mit Familie
Marlene Dietrich mit ihren Eltern und Schwester Elisabeth links im Bild Bildrechte: Deutsche Kinemathek / Marlene Dietrich Collection Berlin

Die eine sagte den Nazis den Kampf an, die andere ordnete sich brav unter. Nach 1945 verlor Marlene Dietrich nie wieder ein Wort über ihre Schwester Elisabeth. Doch heimlich hielt sie Kontakt zu "Liesel". Heinrich Thies hat jetzt eine spannende Doppelbiografie auf Basis der bisher unveröffentlichten Korrepondenz zwischen den beiden geschrieben und erzählt eine Familiengeschichte, die sich abspielt zwischen Hollywood und Bergen-Belsen.

Nach Kriegsende traf die Dietrich dort ihre Schwester wieder und musste erfahren, dass sie in der Nähe des KZ mit ihrem Mann ein Kino und Casino für die SS-Wachmannschaften und Wehrmachtsoldaten betrieben hatte. "artour" traf Heinrich Thies zum Gespräch und stellt das Buch vor.

Autorin: Gabriele Denecke

Sängerin
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch wenn sie nach dem Zweiten Weltkrieg gerne so tat: Marlene Dietrich war kein Einzelkind. Was sie über ihre Schwester herausfand, schokierte sie. Trotzdem hielt die Diva heimlich Kontakt zu "Liesel".

artour Do 09.11.2017 22:05Uhr 06:03 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Wieder unterwegs: Die "Toten Hosen" starten in Chemnitz

Der Sänger Campino von der Band «Die Toten Hosen»
Bildrechte: dpa

Jetzt stehen sie 35 Jahre auf der Bühne, mit ihrem 16. Album starten die "Toten Hosen" ihre Wintertour. "artour" war beim Auftakt in Chemnitz dabei und hat mit Andreas Frege, der unter dem Namen Campino wesentlich bekannter ist, gesprochen:

Über die Songs, übers Älterwerden, den unvermeidlichen Verlust von Eltern und Freunden, über Pop und Politik und eine Band, die beim Punk begann und mittlerweile Konzerte gibt, die Familienfeiern gleichen.

Autor: Hans-Michael Marten

Die toten Hosen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Heimat der Flüchtlinge - Der iranische Filmemacher Bahman Ghobadi und sein Film "Life On The Border"

Bahman Ghobadi - Life on the Border
Bahman Ghobadi Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der iranische Filmemacher Bahman Ghobadi hat Kameras an Kinder in Flüchtlingslagern im Irak verteilt. Sie haben damit ihr Leben dokumentiert oder das, was ihnen zu leben möglich ist. Ein Junge versucht durch Kunststücke seine Schwester, die seit ihrer Gefangenschaft beim IS nicht mehr spricht, zum Lächeln zu bringen. Eine Familie sucht ihr zerstörtes Haus.

Es sind herzzerreißende Geschichten, die die Kinder mit der Kamera aufgenommen haben - von jungen Menschen, deren ganzes Leben noch vor ihnen liegt und die doch bereits alles verloren haben. "Life On The Border" heißt der Film, den Bahman Ghobadi daraus gemacht hat: Ab 9. November im Kino.

Autoren: Alexander Bühler/ Jens-Uwe Korsowsky

Kulturkalender

  • euro-scene - 27. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters und Tanzes mit "Ausgrabungen | 07.11.-12.11. in Leipzig

  • "Barkas, Simson, Moccadolly" - Fahrzeug- und Produktdesign, Grafik und Kunstobjekte von Lutz Rudolph im Museum für angewandte Kunst in Gera | Bis 26.11.

Autorin: Ulrike Reiß

Musiker
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Leipzig ist das euro-scene-Festival für europäisches Theater und zeitgenössischen Tanz gestartet. Dresden feiert die Jazztage und in Gera lädt das Museum für angewandte Kunst zu einer Ausstellung von Lutz Rudolph.

artour Do 09.11.2017 22:05Uhr 03:00 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 08:26 Uhr

Mehr zu den Themen der Sendung

Thomas Bille und Evelyn Fischer
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Kulturmagazin am Donnerstag

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