Der israelische Liedermacher Asaf Avidan
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artour | MDR FERNSEHEN | 06.07.2017 | 22:05 Uhr "One Day, Baby"

Asaf Avidan in Rudolstadt +++ Zum Tod von Daniil Granin +++ Müntzer - Der unzensierte DEFA-Film im MDR +++ Blondie +++ +++ Kultourkalender: Unterwegs zu Lada nach Toljatti | Theaterpreis für Naumburg | Kollwitz

Der israelische Liedermacher Asaf Avidan
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Der israelische Sänger Asaf Avidan beim Festival in Rudolstadt

Der israelische Sänger Asaf Avidan ist zweifelsfrei einer der Stargäste beim größten Folk-Weltmusikfestival in Deutschland, das am Donnerstag in Rudolstadt beginnt. In Israel ist er schon lange ein Star. Sein Song "One Day, Baby / Reckoning Song" war ein weltweiter Sommerhit. Avidan klagt in seinen Liedern über das Fragile in den menschlichen Beziehungen. Auf seinem letzten Album "Gold Shadow" wird er sehr persönlich und erzählt von der Trauer über eine gescheiterte Liebe, "die sich schleichend in Nichts auflöste".

Asaf Avidan wurde 1980 in Israel geboren, als Jugendlicher synchronisierte er Cartoons und begann zunächst, Animation zu studieren und Filme zu drehen. Mit 18 kam er zur Armee in eine Kampfeinheit, aus der er nach Monaten zwischen Schlaflosigkeit und Alpträumen vom Militärpsychologen ausgemustert wurde. Mit 21 erkrankte er an Lymphdrüsenkrebs. Geheilt, verrannte er sich jahrelang suchtartig in immer neue Affären. Am Ende half nur das Singen.

Asaf Avidan
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Zum Tod von Daniil Granin: "Verteidigt Leningrad mit eurem Leib"

Der russische Schriftsteller Daniil Granin ist tot. Er war Mit-Autor des "Blockadebuches", das an die Belagerung von Leningrad erinnert. "Mit seinem Tod verlässt uns eine ganze Epoche", sagte Kulturminister Medinski am Mittwoch. "artour" traf Granin vor zwei Jahren zum letzten Interview, das er einem deutschen Fernsehsender gab und sprach mit ihm über seinen Roman "Mein Leutnant", in dem er mit dem Mythos vom Großen Vaterländischen Krieg aufräumte.

"artour" würdigt den Autor im Nachruf.

Autor: Jens-Uwe Korsowsky

Müntzer - Die unzensierte Fassung des DEFA-Films im MDR FERNSEHEN

Szene aus dem Film
Wolfgang Stumpf als Müntzer in dem DEFA-Monumentalfilm Bildrechte: MDR/DEFA-Stiftung/Manfred Klawikowski

Der Monumentalfilm war eine der aufwändigsten DEFA-Produktionen. Neben 169 Schauspielern wirkten 5.000 Kleindarsteller, darunter hunderte Volkspolizisten, mit. Trotzdem wurde "Thomas Müntzer" in der Rekordzeit von 83 Tagen in Quedlinburg gedreht. Der Film wurde 1956 uraufgeführt. 17 Jahre später beschloss das DDR-Kulturministerium, dass er anlässlich des 450. Jahrestages des Bauernkrieges erneut eingesetzt werden sollte.

Wegen der veränderten politischen Situation nach dem Mauerbau sollten allerdings Szenen herausgeschnitten werden, die einen gesamtdeutschen Bezug hatten: schwarz-rot-goldene Fahnen, Gespräche "vom großen Zug übern Neckar und Rhein" und Botschaften wie "Ihr müsst den Brüdern überm Main die Hand reichen. Ganz Deutschland muss ins Spiel kommen". Regisseur Martin Hellberg musste seinen Film um fast ein Viertel kürzen, bevor er ab Oktober 1974 wieder in die DDR-Kinos kam. 2017, zum Reformationsjubiläum hat die DEFA-Stiftung nun die Ursprungsfassung des Films aufwändig rekonstruiert. Dabei hatten es die Restauratoren nicht nur mit den politischen Schnittauflagen zu tun, sondern auch mit einem unvollständigen Originalnegativ.

Autor: Dennis Wagner

Filmszene - Thomas Münzer
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Der Film von 1956 sollte 1974 anlässlich des 450. Jahrestages des Bauernkrieges gezeigt werden, allerdings politisch korrigiert. Jetzt hat die DEFA-Stiftung die Ursprungsfassung des Films aufwändig rekonstruiert.

artour Do 06.07.2017 22:05Uhr 06:56 min

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"Blondie" kehrt zurück

Debbie Harry von Blondie beim One Night in Austin Konzert im Rahmen des South by Southwest Festivals 2014. Austin, 15.03.2014
Debbi Harry 2014 in Austin Bildrechte: IMAGO

Madonna, Lady Gaga, Gwen Stefani: Starke und schöne Frauen des Musik-Biz, die der Welt - wenn's nötig ist - auch mal den dicken Finger zeigen. Dass das heute fast normal ist, verdankt sie Vorreiterinnen wie Deborah Harry. Mit ihrer Band "Blondie" wurde sie Mitte der 1970er-Jahre zur zwar betörenden, aber zugleich selbstbewussten Rock-Heroine.

Der Name der Band scheint da nicht ganz zu passen. "Hey, Blondie!" - also "Hey, Blondchen!" - war einfach das, was New Yorker Kraftfahrer gern der attraktiven Sängerin hinterherriefen. Die Musiker hatten immer schon Humor - und sie waren immer Pioniere:  Vom Punk zum Wave zum Pop zur Disco… Anfang der 1980er-Jahre landete "Blondie" den ersten Nummer-1 Rap-Hit der amerikanischen Musikgeschichte. Nun - nach einer gewissen Pause - ist ein neues Album erschienen. Es ist das elfte ihrer Karriere. Und Debbie Harry ist ganz die alte.

Autor: Marcus Fitsch

Blondie auf der Bühne
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Mit ihrer Band "Blondie" wurde Deborah Harry Mitte der 1970er-Jahre zur zwar betörenden, aber zugleich selbstbewussten Rock-Heroine. Nun ist ein neues Album erschienen und Debbie Harry ist ganz die alte.

artour Do 06.07.2017 22:05Uhr 05:31 min

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Kultourkalender

  • Uwe Steimle und die Friedensfahrt

Der Lada Niva ist ein russisches Original und "Ahne" aller SUVs. Anlässlich seines 40. Geburtstags macht sich eine Gruppe deutscher Lada-Liebhaber auf den Weg zur Wiege des Lada, nach Toljatti an der Wolga. Auch zwei Fahrer aus Dresden treten die Reise an. Unter Schirmherrschaft des Kabarettisten Uwe Steimle werden sie und ihr Lada Niva öffentlichkeitswirksam auf Friedensfahrt geschickt: Eine Autofahrt als gelebte Völkerverständigung? artour über die Aktion.

  • Ausgezeichnet: Theaterpreis des Bundes geht nach Naumburg | Mehr zur Verleihung am 6. Juli und zur Sommertheater-Aufführung "Die Geschichte vom braven Soldat Schwejk"

  • Ausgestellt: Zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz: "Es ist nicht mehr Schmerz, sondern Nachsinnen" - Käthe Kollwitz. Der Tod im Leben. - Ausstellung im Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg | Bis 06.08.2017

Autorin: Maximilian Heeke / Stephany Mundt

Ausstellung
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Uwe Steimle wird im Lada Niva auf Friedensfahrt geschickt, der Theaterpreis des Bundes wurde verliehen und zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz widmet ihr das Käthe-Kollwitz-Haus in Moritzburg eine Ausstellung.

artour Do 06.07.2017 22:05Uhr 04:09 min

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Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2017, 10:16 Uhr

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