Besucher betrachten auf dem Alten Friedhof in Buttstädt bei Weimar Grabsteine
Auf dem alten Friedhof in Buttstädt bei Weimar finden sich Grabsteine von der Renaissance bis zum Biedermeier. Bildrechte: dpa

Totensonntag Wieviel Raum hat der Tod noch in unserem Leben?

Besucher betrachten auf dem Alten Friedhof in Buttstädt bei Weimar Grabsteine
Auf dem alten Friedhof in Buttstädt bei Weimar finden sich Grabsteine von der Renaissance bis zum Biedermeier. Bildrechte: dpa

Der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag ist dem Gedenken Verstorbener gewidmet. In der evangelischen Kirche wird er seit gut 200 Jahren am letzten Sonntag vor dem Advent begangen - bis heute.

Der Herrnhuter Gottesacker
Gottesacker der Herrnhuter Brüdergemeinde: Seit fast 300 Jahren werden die Toten hier auf einheitliche Weise zu Grabe getragen. Bildrechte: IMAGO

Dabei hat sich der Umgang mit dem Tod in unserer Gesellschaft stark geändert. So zeigen Aufzeichnungen eines Thüringer Dorfpfarrers aus dem frühen 19. Jahrhundert, wie klar damals Dinge rund um Tod und Beerdigung geregelt waren: Der Pfarrer beschreibt unter anderem, welche Aufgaben Verwandte und Nachbarn übernehmen mussten, wann der Tote gewaschen wurde, wie das Begräbnis abzulaufen hatte und wer wie lange Trauerkleidung tragen musste.

Heute sind wir beim Abschiednehmen von Verstorbenen an vergleichsweise wenige Traditionen gebunden. Das gibt Raum für individuelle Herangehensweisen - einerseits. Andererseits beginnt hier für viele Menschen die Ratlosigkeit, das Gefühl, der Situation nicht gewachsen zu sein. Hat der Verlust von Traditionen dazu geführt, dass uns der Tod überfordert?

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Werkstatt | 21. November 2017 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2017, 19:00 Uhr