MDR KULTUR-Hörspiel Absence

Ein Schauspieler und ein Komponist begegnen sich zwei Mal: Anfang der 1990er-Jahre und dann zwanzig Jahre später. Ein semidokumentarisches Hörspiel, das auch die Entstehung einer Komposition begleitet.

In einer ostdeutschen Kleinstadt begegnen sich Anfang der 1990er-Jahre ein österreichischer Schauspieler und ein sächsischer Komponist. Der eine spielt in einem Kinderstück, für das der andere die Bühnenmusik komponiert hat.

Illustrationsbild zum Hörspiel
Das Hörspiel ist autobiografisch inspiriert Bildrechte: MDR/Andreas Jungwirth

Das ist der Beginn einer Künstlergemeinschaft und engen Freundschaft. Mit ihrem musikalisch-dadaistischen Programm sind sie bald im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs. Der junge Schauspieler lebt seit kurzem seine Homosexualität offen aus, während der 15 Jahre ältere Komponist ein Familienleben auf dem Land führt - dennoch teilen sie mehr und mehr ihren Alltag.

Über zwanzig Jahre später treffen die Freunde einander wieder. Kritisch schauen sie zurück - auf den Beginn ihrer Zusammenarbeit, ihr künstlerisches Potential und den schmerzhaften Bruch. Erneut entsteht für einen Tag die Nähe von damals. Und wieder werden manche Fragen nicht gestellt oder bleiben unbeantwortet.

Absence heißt ja Abwesenheit. Und in so einer Abwesenheitssituation/Stimmung habe ich mich befunden, als ich dieses Stück schrieb, das ist also die Situation, wenn sich ein normaler Mensch vorstellt, wenn er sich überlegt, wie komponiert ein Komponist.

Der Komponist in dem Stück "Absence"

In seinem Hörspiel "Absence" erzählt Andreas Jungwirth mit semidokumentarischen Mitteln eine autobiografisch inspirierte Geschichte. "Absence" ist aber auch der Titel einer Komposition, die während der gemeinsamen Zeit entstanden ist. "Absence" ist das, was überdauert.

Hörspielautor Andreas Jungwirth

Autor Andreas Jungwirth
Andreas Jungwirth Bildrechte: MDR/Steffen Moratz

Geboren ist Andreas Jungwirth 1967 in Linz a.d. Donau. Nach zwei Jahren Germanistik- und Theaterwissenschaftsstudium an der Universität Wien wechselt er in die Schauspielklasse am Konservatorium der Stadt Wien. 1990 tritt er sein erstes Engagement in Deutschland (Lübeck) an. Ein Jahr später, kurz nach der Wiedervereinigung, zieht er für sechs Jahre in die neuen Bundesländer. 1992 gründet er gemeinsam mit dem Komponisten Wolfgang Heisig das Kleintheater Zwirn, ein Duo für Dada und Neue Musik.

Seit 2000 lebt Jungwirth als freiberuflicher Autor, erst in Berlin, und seit 2010  wieder in Wien. Neben Theaterstücken, die unter anderem in Linz, Kassel, Darmstadt, Wien und Hamburg aufgeführt wurden, gilt seine besondere Liebe dem Hörspiel. Seit 2011 schreibt er an einer Reihe autobiographisch inspirierter Hörspiele. Bisher entstanden so "Alleine bin ich viel" (DRadio 2011), "Döbeln" (MDR 2013) und "Langholzfeld" (DRadio/ORF 2016), "Absence" (MDR/ORF) ist der vierte Teil.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2016, 14:19 Uhr

Kopfhörer
Bildrechte: colourbox.com

Hörspiel von Andreas Jungwirth Absence

Absence

Dramaturgie, Regie: Steffen Moratz
Produktion: MDR/ORF 2016

Sendung:
So 18.12.2016 | 18:00 Uhr
Dauer: 56 Min

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