Jan Philipp Reemtsma
Jan Philipp Reemtsma erforscht mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung das Thema Gewalt. Bildrechte: IMAGO

Der Autor und Mäzen zu Gast im MDR KULTUR-Café Jan Philipp Reemtsma: "Gewalt als attraktive Lebensform"

Jan Philipp Reemtsma
Jan Philipp Reemtsma erforscht mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung das Thema Gewalt. Bildrechte: IMAGO

Gewalt ist das große Thema von Jan Philipp Reemtsma: Er hat sie erforscht und erforschen lassen, mit dem von ihm gegründeten Hamburger Institut für Sozialforschung. Die Ausstellung des Instituts, "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht", wurde zwischen 1995 und 2004 von hunderttausenden Besuchern gesehen und diskutiert. Und Reemtsma hat Gewalt persönlich erlebt: 1996 wurde der Multimillionär entführt und nach 33 Tagen Geiselhaft und Zahlung von 30 Millionen D-Mark Lösegeld freigelassen.

Moderator Thomas Bille mit Jan Philipp Reemtsma  bzw. dessen Werke
Bildrechte: MDR/Thomas Bille

Der Autor und Mäzen Jan Philipp Reemtsma im MDR KULTUR-Café Gewalt als attraktive Lebensform

Jan Philipp Reemtsma im Gespräch

Gewalt ist das große Thema von Jan Philipp Reemtsma. Im MDR KULTUR-Café spricht er mit Thomas Bille über seine Erfahrungen mit Gewalt und erklärt, warum man Gewalt zwar beschreiben, selten jedoch erklären kann.

MDR KULTUR - Das Radio So 12.11.2017 12:05Uhr 41:59 min

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Im MDR KULTUR-Café spricht Reemtsma über seine Erfahrungen mit Gewalt – zuletzt beim G20-Gipfel in Hamburg. Hier habe der Mäzen und Privatgelehrte mehr Kreativität der G20-Gegner erwartet. Reemtsma erklärt auch, warum man Gewalt seiner Ansicht nach zwar beschreiben, selten jedoch Gewalt erklären kann. Seinen Abschiedsvortrag als Leiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung hielt er unter der provozierenden, erklärungsbedürftigen Überschrift: "Gewalt als attraktive Lebensform betrachtet".

Hunde auf Bildern

Jan Philipp Reemtsma
Literaturwissenschaftler, Autor, Kunstliebhaber: Jan Philipp Reemtsma Bildrechte: Hamburger Institut für Sozialforschung/Bodo Dretzke

Literaturwissenschaftler und Kunstliebhaber Reemtsma präsentiert im MDR KULTUR-Café darüber hinaus seine beiden aktuellen Bücher: Sein Langzeit-Projekt der Neuübertragung des unübersetzbaren chinesischen Klassikers "Daodejing" von Laozi (Laotse) und Band 1432 der Inselbücherei "Einige Hunde". Letzteres ist sein Nachdenken über die verwunderliche Tatsache, warum immer wieder Hunde auf Gemälden oder Grafiken auftauchen, obwohl sie dort thematisch scheinbar nichts zu suchen haben.

"Etwa eine Paradies-Szene: Adam, Eva, Apfel und da sitzt ein verblüfft guckender Hund. Oder ein berühmter Stich von Rembrandt, "Der barmherzige Samariter". Dort sitzt vorne ein Hund und kackt. Was soll das? [...] Der Hund hat mit irgendeiner Moral, die in der Geschichte stecken könnte, überhaupt nichts zu tun. Er ist gewissermaßen der Widerruf. Und so kommentiert er das Geschehen und ich habe festgestellt, dass Hunde auf Bildern oft Kommentartiere sind. Sie sind oft so ein bisschen merkwürdig, ironisch, fast destruktives Element in diesen Bildern."
Autor Jan Philipp Reemtsma über Hunde in Bildern

Moderator Thomas Bille mit Jan Philipp Reemtsma  bzw. dessen Werke
Neue Bücher von Jan Philipp Reemtsma Bildrechte: MDR/Thomas Bille

Literaturempfehlungen Laozi: "Daodejing"
Eine Neuübertragung von Jan Philipp Reemtsma
C.H.BECK textura

Jan Philipp Reemtsma:
"Einige Hunde"
Insel-Bücherei Nr. 1432

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR-Café | 12. November 2017 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2017, 00:00 Uhr

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