Kurt Masur, Leiter des New York Philharmonic Orchester, nimmt am Ende seines Abschiedskonzerts am 18.7.2002 in der Avery Fischer Hall in New York begeisterten Applaus entgegen.
Kurt Masur und die New Yorker Philharmoniker am 18.7.2002. Bildrechte: dpa

7. Dezember 1842 New Yorker Philharmoniker geben erstes Konzert

Nachdem der amerikanische Geiger Ureli Corelli Hill zwei Jahre in Deutschland studiert hatte, gründete er 1942 eine philharmonische Gesellschaft in New York. Im selben Jahr gaben die Musiker des "Philharmonics" ihr erstes Konzert.

von Lorenz Hoffmann, MDR KULTUR

Kurt Masur, Leiter des New York Philharmonic Orchester, nimmt am Ende seines Abschiedskonzerts am 18.7.2002 in der Avery Fischer Hall in New York begeisterten Applaus entgegen.
Kurt Masur und die New Yorker Philharmoniker am 18.7.2002. Bildrechte: dpa

Der Geiger Ureli Corelli Hill aus Hartford in Connecticut fuhr in den 1830er Jahren für zwei Jahre über den großen Teich nach Deutschland, um bei Louis Spohr, dem Komponisten, Violinisten und Dirigenten zu studieren. Er war völlig begeistert vom deutschen Musikleben, vor allem von der Wertschätzung, die man in Deutschland den sinfonischen Werken entgegenbrachte. Als er zurück kam in die Staaten, beschloss er, eine philharmonische Gesellschaft zu gründen. New York erschien ihm als geeigneter Ort dafür. Die Gesellschaft wurde schon im April 1842 gegründet, das erste Konzert gaben die Musiker am 7. Dezember des selben Jahres.

In New York besteht Förderbedarf

Schicksalhaft will er Einfluss nehmen auf die Entwicklung der Musikkultur New Yorks, und so drängt sich Beethovens Fünfte dem Dirigenten Ureli Corelli Hill geradezu auf. Als Eröffnungsstück beim ersten Konzert jener Vereinigung, "deren Name sein soll 'Philharmonische Gesellschaft von New York' und ihr Anliegen - die Förderung der Instrumentalmusik". So steht es im Statut der Gesellschaft geschrieben.

Es bestand Förderbedarf. Noch in den 1830er Jahren gab es in New York nur einen einzigen Kontrabassisten und Oboen mussten bei Konzertaufführungen durch Klarinetten ersetzt werden. Zudem musste das Klassik unerfahrene Publikum auf Verhaltensregeln beim Konzert im Programmheft hingewiesen werden:

Herren dürfen ihre Hüte nicht aufbehalten; es ist streng verboten, sich auf die Stühle zu stellen.

Programm-Heft von 1831

Zunächst wechselnde Spielorte

Hut ab: Drei große Konzertaufführungen im Jahr stemmt das Philharmonische Orchester. An wechselnden, oft ungeeigneten Aufführungsorten. Bis Stahlbaron Andrew Carnegie den "Philharmonics" 1891 einen eigenen Konzertsaal spendiert. Zur Eröffnung der Carnegie-Hall steht Pjotr Tschaikowski auf dem Dirigentenpult. Zwei Jahre später dirigiert ein anderer berühmter Slawe - wo wenn nicht hier - die Welturaufführung seiner Sinfonie "Aus der Neuen Welt".

Im Radio und in der Welt

Antonin Dvořák, Richard Strauss, Gustav Mahler, Igor Stravinsky. Die ganz Großen treten fortan mit den Philharmonikern auf. Maestro Arturo Toscanini führt sie 1930 auf Tournee durch Europa. Und einmal pro Woche, jeden Sonntag, ins Radio der USA.

Leonard Bernstein
Der Dirigent Leonard Bernstein. Bildrechte: IMAGO

Am 14. November 1943 kann das Rundfunk-Publikum die Geburt eines Weltstars live miterleben. Dirigent Bruno Walter ist krank. Und so steigt kurzentschlossen - und völlig ohne Vorbereitung - der 25-jährige Assistent Leonard Bernstein aufs Pult. Schumanns "Manfred Ouvertüre" und Richard Strauss` "Don Quixote" meistert er mit Bravour und sensationellem Erfolg.

Unter Bernstein, dem die klassische Unterscheidung zwischen E- und U-Kultur nicht einleuchtet, werden die Philharmoniker in den 60ern zu populären Fernsehstars. Besonders beliebt  ist das Format "Young Peoples Concerts", in dem Dirigent und Orchester jungen Leuten Klassik erklären.

Kurt Masur wird Dirigent

Anfang der 1990er befinden sich die Philharmonics in einer künstlerischen Krise. Zu deren Überwindung holen sie den damals 74-jährigen Kurt Masur als Chefdirigenten nach New York. Er ist für seine energische und mitreißende Orchesterführung bekannt.

Der deutsche Dirigent und Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, Kurt Masur (Mitte links), gibt am 12.9.1991 in New York sein Debüt als Chefdirigent und neuer Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker.
Kurt Masur gibt am 12.9.1991 in New York sein Debüt als Chefdirigent und neuer Musikdirektor der New Yorker Philharmoniker. Bildrechte: dpa

Was das Orchester brauchte, war keine Disziplin, sondern einen neuen Geist. Und den habe ich gebracht. Was wir erreicht haben, ist, dass das Orchester wieder seinen Platz unter den allerersten der Welt hat.

Kurt Masur

Die New Yorker Philharmoniker: 1842 eines der ersten Sinfonie-Orchester Amerikas. Und heute weltweit unter den allerersten. 

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 00:00 Uhr

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