Filmszene aus Basic Instinct
Filmszene aus "Basic Instinct" Bildrechte: IMAGO

20. März 1992: US-Start von "Basic Instinct" Der Film mit dem Eispickel

von Thomas Hartmann

Filmszene aus Basic Instinct
Filmszene aus "Basic Instinct" Bildrechte: IMAGO

"Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man kriegt." Dies ist eine Weisheit, die Forrest Gump verinnerlicht hat. Dass sie stimmt, erfährt ein ehemaliger Rock-'n'-Roll-Star in "Basic Instinct". Eben noch wird er beim intensiven Liebesspiel von einer Blondine ans Bett gefesselt – doch kurz darauf rammt sie ihm viele Male einen Eispickel in den Körper.

Die Blondine, die rasch in den Fokus der Polizei rückt, heißt Catherine Tramell: Krimiautorin, ehemalige Psychologiestudentin, klug, Raucherin, mit Drogenerfahrung, finanziell unabhängig, unkonventionell, sexuell freizügig und aktiv. Obendrein kühl und berechnend wirkend – eine femme fatale mit Hang zu Spielchen. Mal verunsichert sie die anwesende Männerrunde beim Verhör, in dem sie als Dame im kurzen Weißen demonstriert, dass sie Unterwäsche für unnötigen Luxus hält. Mal darf sie einen Cop verbal nervös machen.

Szene aus dem Film
Bildrechte: IMAGO

Um die Handlung geht es bei der Vermarktung von "Basic Instinct" 1992 herzlich wenig. Zwar ist es ein Erotik-Thriller, aber der Schwerpunkt wird eindeutig auf den ersten Teil der Wortkombination gelegt. Vom Skandalfilm ist die Rede, der da die Zuschauer in die Kinos locken soll.

Und er lockt: Allein in den USA spielt "Basic Instinct" weit über das Doppelte seiner Produktionskosten von 50 Millionen Dollar ein. Aus mehreren Gründen: Erstens: Sex sells, zweitens: Mit Paul Verhoeven sitzt ein Mann auf dem Regiestuhl, der bei, vor und nach diesem Film visuell gern offenherzig agiert und drittens: Mit Michael Douglas gibt sich ein Superstar die Ehre, der durchaus um seinen Superstarstatus weiß:

Mir haben schon Leute gesagt, dass sie, wenn sie meinen Namen auf einem Plakat sehen, zwar nicht wüssten, was für ein Film sie erwartet, dass aber klar sei, dass er gut wäre.

Michael Douglas

Filmbegleitung Sharon Stone hingegen ist zu diesem Zeitpunkt noch kein großer Name. Das ändert sich erst mit diesem eindeutig zweideutigen Auftritt. Bewertet wird er recht unterschiedlich. Bei den "Golden Globes" findet sich Sharon Stone unter den Nominierten als beste Schauspielerin wieder, die Juroren der "Goldenen Himbeere" nominieren sie indes als schlechteste Newcomerin - was möglicherweise der eigenen Prüderie geschuldet und obendrein unsinnig ist: Schon 1980 steht sie für Woody Allen vor der Kamera. "Basic Instinct" selbst gelangt zu den Filmfestspielen nach Cannes – 23 Jahre, bevor "Fifty Shades Of Grey" auf der Berlinale läuft.

"Basic Instinct" - 1992 ein beachtlicher Erfolg und inzwischen so etwas wie ein Erotik-Klassiker. Einer, den man sogar versucht, wiederzubeleben. 2006 geht eine Zweitauflage ins Rennen. Sie floppt im großen Stil. Die Zuschauer interessiert der Film kein bisschen. Offenbar fehlt den Machern dafür der Instinkt.

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 00:00 Uhr

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