Der Panoramakünstler Yadegar Asisi
Panoramakünstler Yadegar Asisi vor seinem "Titanic"-Rundbild in Leipzig Bildrechte: dpa

Neue 360-Grad-Schau im Panometer Asisi holt die "Titanic" nach Leipzig

Der Panoramakünstler Yadegar Asisi
Panoramakünstler Yadegar Asisi vor seinem "Titanic"-Rundbild in Leipzig Bildrechte: dpa

Am Sonnabend hat im Leipziger Panometer eine neue Ausstellung von Panoramakünstler Yadegar Asisi geöffnet. Diesmal nimmt er die Besucher mit auf eine Reise in 3.800 Meter Meerestiefe. Unter dem Titel "Titanic - Die Versprechen der Moderne" ist ein riesiges 360-Grad-Bild des berühmtesten Schiffswracks der Welt auf dem Grund des Nordatlantik zu sehen. Gepäckstücke, Ausrüstung und Alltagsgegenstände sollen das Ausmaß der Tragödie aus dem Jahr 1912 verdeutlichen.

Wie schon der Titel der Ausstellung andeutet, will Asisi nicht nur das Schiffsunglück zeigen. Er sagte, das Schicksal der Titanic sei für ihn auch "ein Sinnbild für die Hybris des Menschen". Die Schau soll also zeigen, welche Folgen es haben kann, wenn der Mensch im Streben nach Fortschritt seine Möglichkeiten überschätzt. Das Rundbild ist 32 Meter hoch und 110 Meter lang, damit hat es eine Fläche von etwa 3.500 Quadratmetern. Es wurde auf 37 Stoffbahnen aus Polyester gedruckt.

Begleitausstellung über Industrialisierung und Größenwahn

Neben dem Panoramabild informiert eine Begleitausstellung über die Hintergründe der Schiffskatastrophe. Zu sehen sind unter anderem reproduzierte Konstruktionspläne zur Titanic oder das einzige deutschsprachige Telegramm eines geretteten Passagiers im Original. Ein Gefühl für die Dimension des Luxusdampfers bekommen Besucher durch eine Rekonstruktion des Schiffsbugs im Maßstab 1 zu 1: Es ist 23 Meter hoch und 19 Meter lang.

Zudem thematisiert die Begleitausstellung ganz allgemein die Errungenschaften der Industrialisierung um 1900. Damals sorgte der neue Werkstoff Stahl für einen Schub der Modernisierung in Architektur, Verkehr und Industrie. Asisi will zeigen, wie das die zuvor ländlich geprägte Gesellschaft veränderte - und wie die neuen Möglichkeiten in Größenwahn umschlugen.

Bildergalerie Eindrücke aus dem Panometer

Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Imposant, aber bedrückend. So beschreiben viele Besucher die ersten Eindrücke der Ausstellung. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Imposant, aber bedrückend. So beschreiben viele Besucher die ersten Eindrücke der Ausstellung. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Bei dem Schiffsunglück am 14. April 1912 ertranken über 1.500 Menschen im kalten Wasser des Atlantiks, nachdem das Schiff mit einem Eisberg zusammengestoßen war. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Düster und dunkel - die Atmosphäre im Panometer bringt den Besuchern das tragische Unglück näher. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Der Betrachterblickpunkt befindet sich etwa 3.800 Meter unter dem Meeresspiegel in Höhe des Schiffswracks. Mit Hilfe eines künstlichen Lichtszenarios soll das tragische Ausmaß des Unglücks erkennbar werden. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Von der Decke des Panometers hängen riesige Baupläne des einst größten Passagierschiffs der Welt. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Die Titanic war gut 269 Meter lang, rund 28 Meter breit und über 53 Meter hoch. Das Schiff hatte Platz für 2.400 Passagiere. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
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Titanic-Ausstellung im Panometer Leipzig
Obwohl der Untergang der Titanic das berühmteste Schiffsunglück ist, ist er mit ca. 1.500 Todesopfern nicht das größte in der Geschichte der neuzeitlichen Schifffahrt. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

Zuletzt hatte Asisi im Leipziger Panometer ein Panorama-Bild vom Great Barrier Reef präsentiert. In früheren Ausstellungen befasste er sich unter anderem mit der Völkerschlacht oder dem Mount Everest. In Wittenberg ist derzeit ein Panorama zur Reformation zu sehen. Zudem zeigt das Panometer Dresden seit zehn Jahren ein Riesenbild der Stadt zur Zeit des Barock.

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 28.01.2017 | MDR KULTUR am Nachmittag | 15.15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2017, 15:28 Uhr