Die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) in lasziver Pose. Undatierte Aufnahme
Marlene Dietrich (1901-1992) Bildrechte: dpa

25. Todestag von Marlene Dietrich "Hier steh ich an den Marken meiner Tage"

Manche Künstler besitzen im kollektiven Gedächtnis der Menschen eine so gewaltige Strahlkraft, dass ihr Tod zu einem unfassbaren Ereignis wird. Als die deutsche Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich am 6. Mai 1992 in Paris einsam und abgeschottet von der Außenwelt starb, hinterließ sie weltweit nicht nur tiefe Trauer, sondern wurde zu einem Mythos.

Die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) in lasziver Pose. Undatierte Aufnahme
Marlene Dietrich (1901-1992) Bildrechte: dpa

Marlene Dietrich war einer der größten deutschen Stars des 20. Jahrhunderts. Mit der weiblichen Hauptrolle in dem Film "Der blaue Engel" von Josef von Sternberg beginnt Ende der 20er Jahre ihre große Filmkarriere. Zuvor tritt sie als Tanzgirl in Revuen auf und spielt in weniger erfolgreichen Filmen Nebenrollen. Mit dem Welterfolg des Films "Der blaue Engel" und dem Chanson "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ beginnt ihre Zusammenarbeit mit dem jüdischen Pianisten und Komponisten Friedrich Hollaender,  der auch in Hollywood die Songs der Dietrich schreiben sollte, darunter Millionenseller wie "The Boys in the Backroom“.

Soldatin aus Hollywood

Direkt nach der Premiere des Films am 31.März 1931 sitzt die gefeierte Schauspielerin bereits auf dem Schiff nach Amerika. Hollywood macht die deutsche Polizistentochter zum Sexsymbol und zur Filmdiva. Als eine der bestbezahlten Schauspielerinnen der Welt verlässt Marlene Dietrich die Traumfabrik Hollywood, um im richtigen Leben am Krieg gegen die Nazis teilzunehmen. Ab 1942 ersetzt sie Kostüme und Persianer durch Uniform und Stiefel und zieht auf Seiten der Alliierten gegen Nazideutschland ins Feld.

Im Frühjahr 1946 schreibt der Schriftsteller Erich Maria Remarque an Marlene Dietrich:

Du hast immer mehr Mut gehabt als ein ganzes Regiment.

Erich Maria Remarque

Unangepasst und einsam

In einem Alter, in dem andere für immer abtreten, beginnt Marlene Dietrich eine zweite Bühnenkarriere. Sie bleibt Zeit ihres Lebens die unangepasste Persönlichkeit, die sich Vereinnahmungen entzieht und ein modernes, selbstbestimmtes Leben führt. Trotzdem empfindet die umschwärmte Diva bis zuletzt tiefe Einsamkeit.

Obwohl sie nach dem Krieg in Deutschland als Verräterin beschimpft wurde, wollte sie in ihrer Heimatstadt Berlin begraben werden, nicht weit entfernt von der Schöneberger Landstrasse, wo sie am 27. Dezember 1901 als Marie Magdalene geboren wurde. "Hier steh ich an den Marken meiner Tage“, ein Zitat von Theodor Körner, steht auf ihrem einfachen Grabstein auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau.

Stationen ihres Lebens Marlene Dietrich - unvergleichlich

Die Schauspielerin und Sängern zählt zu den ganz großen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sehen Sie sie noch einmal an verschiedenen Lebensstationen.

Die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) in lasziver Pose. Undatierte Aufnahme
Das Licht perfekt gesetzt, so dass ihre hohen Wangenknochen hervortreten. So wurde Marlene Dietrich zur Ikone. Bildrechte: dpa
Die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) in lasziver Pose. Undatierte Aufnahme
Das Licht perfekt gesetzt, so dass ihre hohen Wangenknochen hervortreten. So wurde Marlene Dietrich zur Ikone. Bildrechte: dpa
Die Schauspielerin Marlene Dietrich (aufgenommen als Kind 1906 in Berlin) wäre am 27. Dezember 2001 einhundert Jahre alt geworden.
So entzückend sah sie schon als Kind aus, hier auf einem Foto aufgenommen 1906. Bildrechte: dpa
Die Schauspielerin Marlene Dietrich sitzt 1944 in Italien am Rande der Truppenbetreuung für US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg neben dem Komponisten Irving Berlin.
Die Schauspielerin setzte sich gegen das deutsche Naziregime ein und unterstützte die alliierten Soldaten, hier 1944 in Italien am Rande der Truppenbetreuung für US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg neben dem Komponisten Irving Berlin. Bildrechte: dpa
Marlene Dietrich mit ihrem Mann Rudolf Sieber und der Tochter Maria, aufgenommen um 1931
Marlene Dietrich mit ihrem Mann Rudolf Sieber und der Tochter Maria, aufgenommen um 1931. Bildrechte: dpa
Die Schauspielerin Marlene Dietrich betört als Lola-Lola in dem Ufa-Film "Der blaue Engel" von 1929 die Männerwelt.
Ihre Paraderolle: die Lola in dem Ufa-Film "Der blaue Engel" von 1929 Bildrechte: dpa
Der Schriftsteller Erich Maria Remarque (r) gehörte neben dem Regisseur Josef von Sternberg (l) zu den wichtigen Männern im Leben der Schauspielerin Marlene Dietrich (M), aufgenommen 1939 in Hollywood.
Marlene verdrehte zahlreichen Männern den Kopf, so auch dem Schriftsteller Erich Maria Remarque (r.) Bildrechte: dpa
Die weltbekannte Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich traf am 03.01.1964 mit einer IL18 zu einem Gastspiel in der DDR ein
1964 kam die Diva zu einem Gastspiel in die DDR. Bildrechte: dpa
Schauspielerin Marlene Dietrich am 4. November 1963 auf der Bühne des Londoner Prince of Wales Theaters mit der Band "The Beatles" und dem Schauspieler und Sänger Tommy Steele (r)
Marlene war und ist auch Popkultur - hier mit den Beatles und dem Schauspieler und Sänger Tommy Steele (r). Bildrechte: dpa
Ein Graffiti mit dem Abbild von Marlene Dietrich ist an eine Häuserwand in Berlin gesprüht
Bis heute ist die Künstlerin populär, ein Graffiti zeigt sie an einer Berliner Hauswand. Bildrechte: dpa
Die Französin Genevieve Seroux ist eine glühende Verehrerin von Marlene Dietrich. Zwei- bis dreimal im Jahr reist Frau Seroux aus Paris an um am Grab der legendären Schauspielerin, auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau, Blumen niederzulegen
Das Grab der legendären Schauspielerin befindet sich auf dem Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau. Bis heute pilgern Fans aus aller Welt dorthin. Bildrechte: dpa
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Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Spezial | 04.05.2017 | 18:05-19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Mai 2017, 10:09 Uhr

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